Fritz C. Klautermann (7)

klautermannAngstgegner, Lieblingsgegner – Fritzchen K. ergeht sich in Betrachtungen über Sinn und Unsinn dieser Begriffe. Dem Spiel gegen Cottbus sieht unser Kolumnist dennoch gelassen entgegen.

Neben normalen Gegnern sagt man einer Fußballmannschaft ja auch zwei besondere Arten von Opponenten nach. Zum einen sind da die sogenannten Angstgegner, was so viel bedeuten soll, dass gegen diesen Klub sowieso nichts zu holen ist. Der 1. FCK war in den siebziger Jahren mal so etwas wie ein Angstgegner für die Münchner Bayern (allerdings nur auf dem Betzenberg) – wir alle kennen den resignierten Breitner-Spruch. Zum anderen gibt es noch die sog. Lieblingsgegner, Teams, gegen die eine Niederlage in etwa so wahrscheinlich ist wie ein Abstieg von Real Madrid. „Die liegen uns“, heißt es dann immer mutmachend im Vorfeld.

Folgt man dieser Klassifizierung tun sich gewisse Mannschaften gegen andere besonders schwer, während sie gegen bestimmte Klubs in den seltensten Fällen Probleme haben, dreifach zu punkten. Dies äußert sich dann in langjährigen Statistiken, wonach Team X „seit 20 Jahren nicht“ gegen Team Y gewinnen konnte oder Team W gegen Team Z „seit acht Partien“ auf ein Tor wartet. Da dem modernen Fußball Kontinuität ähnlich fremd ist wie ein waschechter Pfälzer einem gebürtigen Bayern, sind im Grunde genommen alle Angst- und Lieblingsschwadronagen lediglich Fantasiegebilde der Statistiker.

Während es in den Siebzigern oder Achtzigern durchaus sein konnte, dass auf den Schlüsselstellen praktisch unveränderte Mannschaften sich Jahr für Jahr gegenüber standen, ist die Halbwertszeit einer Elf in der heutigen Zeit auf maximal zwei bis drei Jahre gesunken. Sprich: Wenn der 1. FC Kaiserslautern am Sonntag auf Energie Cottbus trifft, so ist keiner der 22 Akteure dabei, die sich vor sieben Jahren in der Bundesliga begegnet sind. Das liegt sicherlich auch daran, dass beide Vereine seitdem sprunghaften Schicksalen unterworfen wurden. Wie dem auch sei – wir kommen nicht um den Fakt herum, dass Energie Cottbus noch nie gegen den 1. FC Kaiserslautern gewinnen konnte. Acht Mal standen sich die beiden gegenüber, sieben Mal siegten die Pfälzer. Nur im September 2000 konnten die Lausitzer einen Punkt auf dem Betzenberg ergattern.

Noch besser die Bilanz im Stadion der Freundschaft, wo der FCK fünf von fünf Spielen für sich entschied, so unter anderem beim 1:3 vor ziemlich genau sieben Jahren, das der Kolumnist bei ziemlich genau so beschissen kaltem Wetter (von wegen Jahrhundertwinter) im Gästeblock erleben durfte. Ach, Klose. Ach, Hristov.

Aus Lauterer Sicht von einem Lieblingsgegner zu reden, ist natürlich dennoch Quatsch. Wie sagt man doch so schön: Das Spiel geht bei 0:0 los. Die üblichen Parolen von „hellwach sein“, „von der ersten Minute an kämpfen“, „gewinnen wollen“ usw. usf. werden bemüht. Aber eigentlich können wir ganz entspannt sein. Denn Cottbus liegt uns ja…

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Bild: TimTim.com

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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