Die Bayern in der Kritik

2:3 in Florenz – das langte für das Erreichen des Champions-League-Viertelfinales. Die Bayern-Spieler in der Mauertaktik-Einzelkritik.

Jörg Butt
Hü und hott, hopp und topp. In der florentinischen Windlotterie zog der Bayernkeeper mal Arschkarte, mal Hauptgewinn. Tolle Fußabwehr kurz nach der Pause gegen Gilardino, beim ersten Tor dagegen stellte sich manch einer einmal mehr die Frage: Was macht eigentlich… aber lassen wir das.

Philipp Lahm
Kleiner Mann zwar nicht ganz groß, aber dafür grundsolide. Lahm spielte flink, ließ wenig zu. Stärkster Auftritt im Field-Interview nach dem Spiel, wo er sich keine Blöße gab und Nickles‘ Kauderwelsch souverän weglächelte. Ein Profi nach Jogis Geschmack.

Daniel van Buyten
Der Belgier vergaß den bei diesen Wetterverhältnissen unerlässlichen Kompass in der Kabine, irrte dann auch folgerichtig mehrfach durch den eigenen Sechzehner wie ein Fünfjähriger beim Blinde Kuh. Hatte außerdem seine Extremitäten nicht unter Kontrolle. Papi renkte ihn per Piledriver nach dem Spiel wieder ein.

Holger Badstuber
Machte all das nicht falsch, was van Buyten nicht richtig machte.

David Alaba
Der Mann stellt alle Rekorde auf: Jüngster Bayernprofi aller Zeiten, bester österreichischer Fußballer seit Hans Krankl, frechster Wiener seit Falco und bester Münchner Linksverteidiger seit Maximus Oddus. Mindestens.

Arjen Robben
Zwei Worte: Wahn. Sinn. Sein Tor des Jahres zum 2:3 sicherte den Bayern das Weiterkommen, ihm selbst Heldenstatus in der Schickeria. Schrecklicher Verdacht: Zieht er diese Schandtat von Unterbuchse zwecks Aberglauben nun nie mehr aus?

Bastian Schweinsteiger
War einer von zwei Sechsern im Orkanlotto von Florenz. Ausschüttung für den FCB im siebenstelligen Bereich. Mehr davon!

Mark van Bommel
Der Mann, der sonst mit seiner Spielweise Gegner und Geläuf zerstört, war gestern van Gaals williger Vollstrecker. Herrlich abgezockt sein Treffer zum 1:2. Ein Positionstausch zwischen ihm und Klose wird angedacht.

Franck Ribery
Fidel, flink, frech, was Franzose Franck gestern auf den italienischen Rasen zauberte. War zu Beginn noch nicht ganz geeicht, lief deshalb mit dem Ball am Fuß auch mal schnurstracks ins Seitenaus, im weiteren Verlauf aber immer besser resp. frecher: Genialische Vorbereitung des Bommelbumms.

Thomas Müller
Rasselte in der ersten Hälfte mit Klöndrup zusammen, dass es nur so splattaterte. War am Ende kurz vor dem Amoklauf, weil Robben einfach nicht mehr abspielen wollte. Durchwachsene Partie des Fast-Youngsters.

Mario Gomez
Trauriger Auftritt des deutschen Perspektivspielers. Stand erst neben sich, fand sich dann selbst, indem er feststellte, dass er lieber Innenausstatter geworden wäre (da zieht’s nicht so), ließ sich daraufhin mit windverzerrtem Gesicht auswechseln.

Miroslav Klose
Kam nach einer halben Stunde für Berufspessimist Gomez. Tauchte wie gewohnt nicht nur am gegnerischen, sondern auch immer mal wieder klärungshalber am eigenen Strafraum auf. Rutschte kurz vor Schluss knapp am Ball vorbei. Schieben wir es auf den Wind.

Danijel Pranjic
Der nachfolgende Pranjic brachte nichts ein.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

6 Gedanken zu „Die Bayern in der Kritik“

  1. jefaellt ma jefaellt ma, aber ich muss sie leider darauf hinweisen, dass oddo rechtsverteidiger war. sachlich also nicht ganz korrekt aber humoritisch gesehen durchaus aktzeptabel. weitermachen her schleck oder auch: koestlich mein Lieber!!

  2. selten so ein übles bayernspiel gesehen.

    frisurentechnisch ja wohl min 5 rote karten für die fiorentina! wirkte wie die reunion diverser trash-metal bands der 80’er. unterste schublade!

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