Das war 2009!

11mm – Fußballfilmfieber in der Hauptstadt. Bereits letztes Jahr mischten sich einige Mauertaktiker in Premierenpublika und auf die dazugehörigen Partys. Franco Persico erinnert sich an seine persönlichen Highlights aus dem letzten Jahr.

Das Thema im letzten Jahr war ja „Fußball in der DDR“ und so begann man auch mit einem lustigen Potpourri des Ostfußballs. Neben einigen durchaus interessanten Ausschnitten aus Spielen und Sportsendungen waren das Highlight des Abends aber die Stargäste. Moderator war Sprücheklopfer und Eurosport-Legende Dirk Thiele. Und so führte er geschickt durch einen Abend, an dem er u.a. auch Axel Kruse ins Kreuzverhör nahm. Der größte Star saß allerdings bei Fränck von Schleck und mir in der Reihe. Ich dachte schon so bei mir: Das Haarteil kennst du doch! Es war Frank Schöbel. Dürfte ja allen aus der DEFA-Musicalkomödie „Heißer Sommer“ von 1968 bekannt sein. Sozusagen der Peter Alexander der DDR. Fränkie hatte aber auch mit dem Fußball zu tun: Bei der Eröffnungsfeier der WM ’74 trat er mit seinem Knüllersong „Freunde gibt es überall““ auf. Und Fußballsongs hat er auch einige geschrieben. „Die Fans sind eine Macht“ und „Ja, der Fußball ist rund wie die Welt“ um nur zwei zu nennen. Ein Fall für die Kategorie „Hast Du Töne?“ ist aber auf jeden Fall die folgende Kollaboration mit unserem West-Berliner Frank:

Ein echtes Hochlicht filmischer Art war dann das Werk „Danish Dynamite“. Wie mancher vielleicht schon vermutet, ging es dabei um die dänische Nationalmannschaft. Dabei wird der Aufstieg der Mannschaft vom Amateurteam der 60er und 70er zum Spitzenteam der 80er-Jahre genau nachgezeichnet. Verbunden wird dies vor allem mit der Person von Sepp Piontek, dem deutschen Trainer, der die Mannschaft von ’79 bis ’90 betreute. Höhepunkt dieser Entwicklung war sicher der Gewinn der Europameisterschaft von ’92, mit der die Doku auch abschließt. Fußballerisch, modisch und musikalisch kann dieser Erfolg aber nicht mit den Dänen bei der WM ’86 mithalten. In der Vorrunde wurde nicht nur Deutschland mit 2:0 besiegt, sondern auch Uruguay mit 6:1 in Nezahualcoyotl versenkt. Leider war dann aber im Achtelfinale gegen Angstgegner Spanien Schluss. Aus gut unterrichteten Kreisen weiß ich, dass Dänen auch heute noch, nach einigen Dosen Faxe, das Hummel-Trikot rausholen und folgenden Hit grölen. Besonders zu beachten der „Trainingsanzug“ im Papageienlook:

Göttlich wurde es dann beim Main-Event: „Maradona par Kusturica“. Es gibt ja schon ein paar Filme über Maradona, allerdings hat der Film von Kusturica eindeutig etwas besonderes. Die Tatsache, dass es sich bei Kusturica und Maradona jeweils um so extreme Charaktere handelt, bewirkt eine besondere Nähe zwischen ihnen und ermöglicht besondere Einblicke, auch in die Gefühlswelt des „D10S“. Ein must-see, dass auch dieses Jahr noch einmal gezeigt wird. Auf Mauertaktik wurde Manu Chao, der persönlich im Film auftritt, bereits für seinen beigesteuerten Song gewürdigt. Weil es so schön war, kommt er aber hier noch einmal:

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

4 Gedanken zu „Das war 2009!“

  1. Danke fuer den schoenen Rueckblick. Ist uns Ansporn fuer dieses Jahr. Bis Samstag zur Eroeffnung im Babylon

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