Was macht eigentlich… Jörg Butt?

kranichAus gegebenem Anlass feiert eine traditionsreiche Rubrik ihre Wiederkehr.

Am Samstag gastierte der FC Bayern beim anderen, jeckeren und erfolgloseren FC – und nicht nur die 50.000 Zuschauer in Müngersdorf fragten sich hinterher: Was macht eigentlich… Jörg Butt?

Jawohl, richtig gehört, denn Hansjörg heißt jetzt Jörg. Klingt zwar nur wenig dämlicher, ist aber dafür ein bisschen kürzer. Immerhin. Der Jörg geht stramm auf die 36 zu und hat es vor allem dem Michi zu verdanken, dass er auf seine alten Tage noch ein bisschen im Strafraum herumflattern darf. Der Michi ist nicht mal annähernd so alt wie der Jörg, dafür noch mal ein gutes Stück schlechter. Deswegen sitzt der jetzt immer auf der Bank und darf dem Jörg beim Fliegen zuschauen.

Ein Markenzeichen vom Jörg war immer, dass er Tore geschossen hat. An Toren müssen sich Spieler ja messen lassen, sagen immer alle, auch Torhüter. Also, die Quote vom Jörg ist über die Jahre ziemlich zurück gegangen. Beim HSV hat er noch 19 Mal getroffen, bei Leverkusen sieben Mal, und auch bei den Bayern wollte der Jörg neulich endlich mal einnetzen. Klappt aber nicht mehr so wie früher, deswegen muss er wohl demnächst bei Elfmetern auf der Linie bleiben (neue FIFA-Regel).

Auf der Linie stand der Jörg auch am Samstag in Köln, als der Poldi zum Freistoß angelaufen ist. Torhüter sind ja die Ratten der Lüfte, sagen jedenfalls die Stürmer, wenn sie mal wieder ein sicheres Tor aus dem Winkel gekratzt haben. Wie der Jörg dann aber auf den Schuss vom Poldi reagiert hat, erinnerte eher an einen halbseitig gelähmten Kranich als an einen Profisportler. Und damit sind wir auch endlich bei der Ausgangsfrage.

Beim Fliegen hat der Jörg noch ein bisschen in der Luft herumgestochert, so ähnlich wie Joe Cocker, der eine Mücke verscheuchen will, hat aber alles nix genutzt. Ball war drin. Müsste eigentlich als Eigentor in die Statistik eingehen, dann hätte der Jörg immerhin mal wieder getroffen, aber der Poldi eben nicht, und den brauchen wir im Sommer dringender als den Jörg. Der kann mal schön Urlaub machen.

Bild: Flickr / Christopher Gosselin

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Was macht eigentlich… Jörg Butt?“

  1. Hansjörg Butt, Lorenz-Günther Köstner, Frank-Walter Steinmeier – unwiderstehlich greift die Doppelnamen-Fraktion nach den Schalthebeln der Macht – und haut knirschend den Rückwärtsgang rein.

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