Myanmar!

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Schweini, Ribery, van Bommel (v.l.)

Bayern wieder ganz oben. Wie konnte das passieren?

Der FCB ist wieder da. Da, wo er nach dem eigenen Selbstverständnis („Mia san in Myanmar“ oder so ähnlich) hingehört. Also ganz oben. Wie konnte es dazu kommen, wo doch die Tabellenführung im Großraum München erfolgreich abgeschafft schien? Mauertaktik versucht sich in Erklärungen.

Das Land, wo die Franzosen blühen

„Es wird schwer, uns da oben zu verdrängen.“ So Bayerns Vorstandsvorsitzender Karlheinz Rummenigge nach dem 1:0-Sieg gegen den Hamburger SV. Ein Satz, den man zuletzt von Rainer Calmund auf der Kinderrutsche gehört hat. Ein Satz auch, der keine Zweifel lässt, dass die Bayern wieder im wunderschönen Myanmar angekommen sind, jenem paradiesgleichen Ort, in dem es sich die bajuwarische Großfamilie seit Jahrzehnten gemütlich gemacht hat. Angekommen sind Kalle, Uli und der Rest vom Schützenfest nicht nur im Land, wo die Franzosen blühen, sondern auch beim ureigenen Selbstverständnis, das auf den ersten Blick wie Selbstüberschätzung wirkt, dann aber doch immer wieder durch schier unfassliche Schicksalswendungen bestätigt wird. Stichwort Hamburg 2001.

Solcherlei Beihilfe durch Fortuna (Göttin, nicht Drittligist, die Red.) haben die Bayern heuer gar nicht nötig. Stichwort Hamburg 2010. Bayern spielte ziemlich ideenlos, ähnlich eigentlich wie bereits am Samstag Abend der vermeintlich ärgste Konkurrent, der den Sonnenplatz für van Gaals Mannen bislang warm gehalten hat. Auf die Gefahr der Wiederholung: Dem Spiel wohnte eine ähnlich Statik inne wie Rainer Calmund.

Bewegungsfanatiker Franck R. macht den Unterschied

Am Ende machten dann ein paar der Fantastilliarden, die der FC Bähn in den letzten Jahren in Umlauf gebracht hat (Stichwort Eurozone stabilisieren), den berühmten Unterschied aus. Bewegungsfanatiker Franck R. war so frei, den Sieg einzutüten. Ein solch lebenslustiger Knilch war in Reihen der Leverkusener leider nicht zu erkennen.

652 lange Tage sind vorbei, während derer der deutsche Rekordmeister nicht ganz oben stand. Eine „traurige“ Bilanz, für die Fans normaler Vereine nicht mal eine müde Krokodilsträne übrig haben, die im Freistaat aber schlimmer wütete als alle Amigo-Affären dieser Erde. Und wo wir schon bei Zahlenspielen sind: Derzeit sieht alles danach aus, dass die von Rechengroßmeister Heynckes angepeilten 68 Punkte zum Saisonende (17 Siege, 17 Unentschieden) für Bayer nicht zum Titel reichen könnten. Einfach, weil Bajuwarus Rex keine Lust drauf hat. „Weg mit dem Abakus, Osram!“, rufen wir Bayers Coach zu. Wohl vergebens.

Wie sagte doch Bayerns Erfolgstrainer Giovanni Trapattoni einst: „Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding.“ Nun, am Sonntag reichte ein Ding. Mauertaktik gratuliert zur Meisterschaft.

Bild: Flickr / Darcy McCarty

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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