Wenn Keeper treffen… Eine Rückschau von Jennings bis Nulle.
Die wunderlichen Jungs mit den Handschuhen, die sonst eher darauf bedacht sind, ihre Bude zuzunageln als selbige auf der Gegenseite zu kreieren, mutieren hin und wieder zu Goalgettern reinsten Wassers. So erneut geschehen am Sonntag, als Carsten Nulle, der Schlussmann des Drittligisten FC Carl-Zeiss Jena, in der 92. (sprich: neunzigpluszwoten) Minute zum Eckball-Empfang nach vorne spurtete und das Runde mit dem Eiförmigen ins Eckige beförderte. Gab’s doch schon, sagen Sie? Stimmt! Augepasst…
Nulle ist in prominenter Gesellschaft. Kein Geringerer als WM-Elfmeterheld Jens Lehmann schaffte es als erster Bundesligakeeper im Jahre 1997, ein Feldtor zu erzielen. Locken-Lehmann, damals in Diensten des FC Schalke 04, touchierte bei einer Ecke in der allerletzten Minute die Pille mit einem Wickler und erzielte den 2:2-Ausgleich im Derby gegen Borussia Dortmund. Der BVB hatte genug gesehen und lotste den Knipser mit den Handschuhen nach einem Anstandsjahr in Italien ins schwatzgelbe Hoheitsgebiet. Prädikat: Jensomat.
Dass Aktivitäten in 120 Meter Entfernung vom eigenen Tor nicht ganz ungefährlich sind, musste Elfmeter-Profi Hans-Jörg Butt leidvoll erfahren. 2004 trat er routiniert zum Strafstoß gegen Schalke an und verwandelte wie gewohnt. Nur dumm, dass der Gegner in Form von Mike Hanke bereits zurück geschlagen hatte, als Butt noch auf Jubeltour durch die eigenen Reihen war. Prädikat: Buttbuttbu…
Englands Keeper schossen auch gerne Tore. Von Shilton bis Robinson klingelte es ganz ordentlich – meist aber im eigenen Kasten. Unvergessen der Aussetzer des englischen Nationaltorwarts im wichtigen EM-Quali-Spiel in Kroatien. Mit Hilfe eines Maulwurfshügels schlenzte Panter-Paul das Leder in preisverdächtiger Manier in die eigenen vier Wände, was den Insel-Boulevard zum Klassiker „Misses Robinson“ veranlasste. Prädikat: Nice one.
Es geht aber auch anders, selbst in Großbritannien. Tottenhams legendärer Torwart Pat Jennings zimmerte einst einen Abschlag ohne viel Federlesens ins gegnerische Netz. Sein Gegenüber Alex Stepney in Diensten von Manchester United staunte nicht schlecht, als Jennings Mörderabschlag einschlug. Dem Klassekeeper aus Nordirland brachten diese und andere Heldentaten den „Order of the British Empire“ ein. Prädikat: All rise!
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3 Kommentare
1 Carsten // 21. Feb 2010 um 20:31 Uhr
Wo Du (völlig zu recht) die grandiosen englischen Torhüter-Tore ansprichst, fehlt imho das wichtigste von allen: Jimmy Glass für Carlisle United!
2 Kolty // 22. Feb 2010 um 9:10 Uhr
Nicht zu vergessen Frank Rost (Codename Fäustel) in Diensten des glorreichen SV Werder Bremen Ostern 2002 gegen Hansa. Die Rostocker waren derart geschockt, dass sie nach dem Ausgleich in der 89. Minute sogar noch das 4:3 kassierten und verloren. Trainer Veh weilte da schon in der Kabine…
3 Trueffelhuette // 23. Feb 2010 um 10:07 Uhr
Wo ist denn bitteschön unser Tomislav Piplica?
Der hat es doch auch verdient hier aufgeführt zu werden!
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