Fritz C. Klautermann (5)

klautermannLautern gegen Pauli – am Montag steigt das Topspiel der 2. Liga. Fritzchen K. kramt alte Notizen heraus und erinnert sich an das Spiel vom Vorjahr.

Pfälzer Literaturpreis: Hesse sticht Schnitzler aus!

Ein Hauch von Champions League, ja sogar Bundesliga, wehte durchs altehrwürdige Fritz-Walter-Stadion, in dem am gestrigen Abend Historienmalerei in den wärmsten Farbtönen betrieben wurde.

Gedemütigt, ja sogar fachmännisch geohrfeigt, wurden die brünetten Hanseaten von den pfiffigen Pfälzern, die unmittelbar nach dem gestrigen 4:1-Sieg qua Dekret durch Kaiser “Franz” Beckenbauer wieder zurück ins Oberhaus relegiert wurden.

Dabei sollte alles so schön werden für die Mannen von Stanislaus I.: Um sich erfolgreich aus der Krise schießen zu können, hatte der gleichsam sympathische wie erfolglose Kultverein aus dem hohen Norden keine Mühen gescheut. Schiri Schalk (sic!) wurde im Vorfeld der Partie Narretei zu Paulis Gunsten aufgetragen. Den 563 mitgereisten Werbetextern befahl man, sich extra schmuddelig anzuziehen und während des Spiels zwecks Traditionsflairs wie Hafenarbeiter zu gebaren.

Dann ging es aber los. Beide Teams hatten ihre Nachwuchsliteraten aufgeboten. Der Bachmann-Preis des Abends ging dabei klar an Kai “aus der Kiste” Hesse, der ein ums andere Mal durch die Abwehrreihen der Kiezkicker stolzierte, wie dereinst Uropa Hermann durch die Wälder des Tessin. Arthur Schnitzler auf Paulianer Seite schrieb dagegen keine Traumnovellen und wirkte im Vergleich mit dem flinken Steppenwolf wie ein Sextaner, der seinen ersten Deutschaufsatz zusammenstoppelt.

Bei Lautern lief Extraklasse neben Weltklasse auf. Der hurtige Happy Hippo Sidney Sam sprang in Minute 18 aus dem 7. Ei und sprintete die rechte Außenbahn hinauf wie Usain Bolt weiland durchs Pekinger Vogelnest. Bei Sams ersten Sturmlauf wurde dann auch erwartungsgemäß neuer Weltrekord für die 100 m gemessen (8,3 sek, wie Kuttenfan Kurt auf der VIP-Tribüne ermittelt hatte). Nach kurzer Ehrenrunde ging es weiter.

Erich Jendrisek, in der vergangenen Spielzeit von den eigenen Fans noch mit Fug und Recht als “Elfriede Jelinek” verunglimpft, rannte derweil auch den aussichtslosesten Bällen hinterher und erzielte folgerichtig nach feiner Flanke des frischgebackenen Weltrekordhalters per Kopfstoß eines der schönsten Tore seit Ölaf Marschalls Geburt.

Schiri Schalk, gegen den sich verbale Nackenschläge auch im Nachhinein verbieten, hatte von Stanislaus I. Strychnin in den Pausentee gemischt bekommen. Schalks Vorhaben, die Partie wegen eigener Übelkeit vorzeitig zu beenden, scheiterte an der ausbleibenden Kooperation der 22 21 20 Spieler auf dem grünen Rasen.

Der FCK ließ sich in dieser rauschenden Ballnacht weder durch den zwischenzeitlichen Ausgleich noch durch die Aussetzer des schwarzen Mannes beirren und erzielte, während der geschwächte Unparteiische am Seitenrand behandelt wurde, Treffer 2 und 3.

Die Kiezbewohner hatten nun auch die letzte Lust verloren und ließen willenlos noch Gegentreffer Numero 4 durch Klautern-Capitano Bello “Axel” Bellinghausen zu, der fein per Schienbeinaufsetzer einnetzte.

Die Treuesten der Treuen feierten den Weltmeistertitel ihrer Mannen gebührend, trugen Bello & Co. durch die ganze Stadt und errichteten noch am Abend Trainer Milan Kundera ein mehrere Meter hohes Prunkdenkmal.

Und durch die Weiten des Pfälzer Waldes hallte noch in den frühen Morgenstunden aus hunderttausenden siegestrunkenen Kehlen der Kehrvers des Vereinsliedes: “Der FCK ist wieder da…”

Wir gratulieren!

2:1 Dzaka, Gelb-Rot Dzaka, 3:1 Hesse in 4.30 min:

Bild: TimTim.com

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

2 Gedanken zu „Fritz C. Klautermann (5)“

  1. Ach gott is der in dem Video so fertich. So iwwertrieb un theatralisch hab ich selten jemand in de Westkurv gesiehn.
    Scheint sich jo ganz schen in de Vordergrund spiele zu wolle wenn ers nötich hat sich selbscht uffzunemme un das ganze dann noch uff Youtube zu stelle um zu zeige wasser kann.

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