Felix M. – Die Rückkehr

magath_fFelix Magath kehrt mit Schalke nach Wolfsburg zurück, wo er vor nicht allzu langer Zeit die Schale gewann. Zeit für die klassische ran-Frage: „Wie fühlen Sie sich?“

Das Wiedersehen mit der Ex. Für die meisten in etwa so angenehm wie ein Zahnarzttermin oder ein eingewachsener Zehnagel. Anders sicher für Felix Magath, der bei seiner Rückkehr nach Wolfsburg ein gutes Gefühl haben dürfte. Mit Rücksicht auf seine Schalker Mannschaft wird er wohl darauf verzichten, triumphal mit einer Sänfte in die Stadt einzuziehen. Ob es für die Schalker auch ein gemütliches Spielchen werden wird, scheint auch wegen des in der Europa-League wiedererstarkten Grafite fraglich. Das hat sich Magath nun aber auch selbst eingebrockt.

Ursprünglich war F.M. einmal ein Feuerwehrmann. Er löschte einen Brand in Nürnberg, überwarf sich dann aber mit der lokalen Teppichhändlerclique. Danach steuerte er dann den Spritzenwagen in Bremen und Frankfurt. Aber irgendwie wurde ihm dieses Metier dann etwas lästig. Er schulte um zum Sonnenkönig und begründete den Trainer-Manager-Absolutismus. Kennzeichen dieses Regierungssystems sind der Aufbau eines allein vom Herrscher abhängigen Beamtenapparats und die Einführung eines merkantilistischen Wirtschaftssystems, für das ein großer Überschuss an Spielerimporten charakteristisch ist. Perfektioniert hat er das System auf der Wolfsburg, nachdem er im Land der Wittelsbacher damit gescheitert ist.

Aber was ist sein Geheimnis? Viele sagen, es sind seine unbarmherzigen Trainingsmethoden. Aber inzwischen verfügt jeder Bundesligist über einen anständigen Folterkeller. Eine seiner großen Stärken ist, dass Magath das Talent eines Spielers sofort erkennt und dann auch schon mal ins Schwärmen kommt: „Ein Weltklassespieler – Linksfuß! Ganz starker Mann! Wie Magath früher …“ Ebenfalls ein großer Vorteil könnte aber sein bewusster Umgang mit dem Alkohol sein: „Am Sonntagmittag mal eine Maß zu trinken tut keinem Spieler weh. Werden daraus zehn, ist es zumindest diskussionswürdig.“ Das galt selbst während des Oktoberfests! Für sich hat er auch knallharte Regeln, wie er in einem Vergleich mit einem anderen großen Spieler klarstellte: „Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit.“ Ein Mann mit Prinzipien eben.

Und mit Erfolg. Nach dem Wolfsburg-Wunder nun diese Saison mit Schalke. Dem Mann ist nunmehr alles zuzutrauen – der kann alles. Dass S04 allerdings nicht Meister werden kann liegt auf der Hand und in der Natur der Sache (Bundesliga). Was wird also das nächste Projekt? Es muss schon eine richtige Herausforderung sein. Ich würde vorschlagen, dass er den KFC Uerdingen übernimmt und zurück in den Europapokal führt. Mit dem Grotifanten im Sturm.

(Bild: wikimedia / Dierk Andresen unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

2 Gedanken zu „Felix M. – Die Rückkehr“

  1. Und wer hat den Magath erst so richtig groß gemacht? Ich sach nur CL-Saison 2003/04, Heimspiel gegen ManU und Cristiano Ronaldo mit dem Rest seiner „roten Teufel“ schön 2:1 nach Hause geschickt. Hach, was sind Erinnerungen schön…

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