Wer ist eigentlich … Raul Bobadilla? (11)

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Boba traktiert seine Quetschkommode

Die Bundesliga hat einen neuen Star! Raul „Bobo“ Bobadilla hamsterte am Samstag Scorerpunkte wie ein argentinisches Wiesel. Doch wer ist dieser Nimmersatt?

Was für ein Fest. 4:3 hieß es am Samstag im Borussiapark. Fußball ohne Handbremse und vier Mal schallte es döp döp döp durchs Stadion. Die Frage nach dem Mann des Tages war auch sehr schnell beantwortet: Raul Bobadilla, genannt Bomberdilla oder auch Boba. Zwei Tore und zwei Assists sprechen eine eindeutige Sprache. In nur einem Spiel vollzog sich ein mirakulöser Wandel vom Saulus zum Raulus. Längst vergessen ist seine lustige Hackeneinlage aus der Hinrunde, als er gegen Wolfsburg den Ball am leeren Tor vorbeischob.

Nur Wenige kennen Bobadillas bewegte Vergangenheit. Im Laufe der Klonkriege war er zunächst als Headhunter tätig und machte Geschäfte mit Jabba the Hutt, der damals Manager bei Bayer Leverkusen war. Später sattelte er dann aber auf Musik um und gilt noch heute als einer der bedeutendsten Vertreter des Eurodance. „There is a party„, „Pray“ oder „Freedom“ waren nur einige seiner Hits. Gerechter Lohn: der Bravo-Otto! Aber schnell wurde es Boba auch in der Musikwelt zu langweilig und er heuerte in der schweizerischen Wahlheimat beim Grasshopper-Club Zürich an. Nach einer erfolglosen Zeit in der Sektion Curling klappte es dann beim Fußi.

Zwei sehr erfolgreiche Jahre im Grasshopper-Trikot waren vergangen, da kam der Anruf: Tattoo-Convention in Krefeld. Dort wurde er von Max Eberl entdeckt und nach Gladbach gelotst. Auch am Niederrhein ist man von seinem Hautschmuck begeistert: Links prangt Mutter Elvira, rechts Vater Victor. Zusammen mit den beiden startete er nun durch. Aufgrund des großen Erfolgs wollen nun einige Tattoofreunde ihrerseits nachlegen: Lucas Barrios plant sich BVB-Maskottchen Emma auf die Wade pieksen zu lassen, Torsten Frings denkt über die Bremer Stadtmusikanten auf dem Rücken nach.

Nach der schwierigen Hinrunde scheint der Argentinier endlich richtig im Borussiapark angekommen zu sein und damit haben die Fohlen wieder einen richtigen Bullen vorne drin, den ersten, seitdem Bachirou Salou den Verein vor 15 Jahren verließ. In der letzten Zeit trieben eher Stehlampen wie Rob Friend ihr Unwesen. Es wird spannend zu sehen sein, was die Gladbacher in den nächsten Spielen leisten werden. Zeigt der Weg nach der Formexplosion von Bomberdilla und Raketen-Reus nun steil nach oben? Abwarten und Matetee trinken. Am Sonntag wartet erstmal Mainz.

(Bild: flickr.com / sinaasappelsap unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

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