Das Jubel-Einmaleins

nani-torjubelRobbens Jubelhopser – ein historisch vollkommen unkreativer Torjubel, wie unsere Auflistung zeigt…

Arjen Robben hat ein neues Feierritual gefunden. Zum zweiten Mal in Folge sprang der flinke Holländer seinem Coach Louis van Gaal an wie ein wild gewordener Dobermann einen spazierenden Rentner. Ob Kuntz-Säge, Klose-Salto oder Petric-Pfeil: Die Fußballhistorie hat schon unzählige Perlen der Jubelkultur hervorgebracht. Mauertaktik erinnert an die Stars des Zelebrierens.

Sei es Netzers eingesprungene 360-Grad-Wende nach seinem Pokalfinaltor gegen Köln, Bierhoffs Striptease von Wembley oder die menschliche Jubeltraube nach Brehmes Elfmetertor gegen Argentinien – die Momente nach den wichtigen Treffern der Fußballgeschichte sind uns fast so eindrücklich im Gedächtnis geblieben wie die Tore selbst. Manch ein Fußballer bemühte den immergleichen Jubel, wie Gerd Müller der stets ein paar Mal faustschüttelnd in die Luft sprang oder Peter Crouch, der den Robotertanz der Achtziger wieder salonfähig machte.

Einer der absoluten Klassiker des Torjubels, schon ewig und immer wieder praktiziert, ist der Knie-Slider, den unter anderem Rudi Völler im WM-Finale 1986 anwendete – auf nassem Rasen ist er besonders gut einsetzbar… Im Grunde genommen handelt es sich bei besagtem Schlitterjubel um eine vorweggenommene Abart des Klinsi-Divers, den der blonde Schwabe Mitte der Neunziger auf der Insel populär machte. Als weitere Unterform wäre das Modell „Römische Orgie“ zu nennen, mit dem der Däne Brian Laudrup während der WM 1998 an etwas aus der Mode gekommene Liegepraktiken bei Tisch erinnerte.

Besonders oft wird eine Randfigur zum Zentrum der Jubelchoreografie. Die Rede ist von der Eckfahne, die nicht nur Oliver Kahn nach der Sensationsmeisterschaft von Hamburg malträtierte. Nach einem (leider titelmäßig unbedeutenden) Sieg in München revanchierte sich Schalke-Keeper Neuer, und Bremens Dribbelkünstler Diego erinnerte an sein großes Vorbild Eric Cantona, als er die beflaggte Begrenzungsstange mit einer beidbeinigen Karate-Kid-Einlage umsemmelte. Der Australier Tim Cahill schließlich liefert sich gerne ein Schattenboxduell mit dem wenig beweglichen Sparringspartner, und auch Ritterschläge wurden bereits mit der Eckfahne durchgeführt.

Sex, Drugs & Rock’n’Roll – beim Fußballjubel dürfen diese Drei nicht fehlen. Livornos Publikumsliebling Cristiano Lucarelli schoss einst etwas über das Ziel hinaus, als er seine Verbundenheit mit dem Klub in Form einer lasziven Trikotbegattung zur Schau stellte. Robbie Fowler seinerseits sicherte sich Legendenstatus, als er ein feines Näschen für die Spielfeldbegrenzung bewies. Paul Gascoigne schließlich erzürnte im Old-Firm-Derby die Anhänger von Celtic Glasgow, als er pantomimisch die irische Flöte spielte. Kostenpunkt: Ein Wochensalär.

Hier die besten „Goal Celebrations“ – welche Choreo findet ihr am besten? Wir freuen uns auf Vorschläge in der Kommentarfunktion!

Bild: Flickr / Notsogoodphotography

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Das Jubel-Einmaleins“

  1. Ganz Klar: TOTTI!!!!!

    ne Spaß wollt nur H.Nuta ärgern…

    Crouch is schon geil

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