Neues von Piloten-Paolo

flug
Paolo, grüß mir die Sonne

Flugzeug, Frachter, Schlauchboot, Schwimmweste – was wird nur aus Paolo Guerrero? Wird er ein Verkehrsmittel finden, dass ihn zurück nach Hamburg bringt? Bestimmt…

Seit einer gefühlten Ewigkeit sitzt der Peruaner in Lima am Flughafen fest, Zahnbürste und eine große Portion Flugangst im Gepäck. Viermal schon setzte sich Guerrero mit wechselnder Begleitung in einen Flieger Richtung Wahlheimat, jedesmal hob die Maschine ohne den HSV-Stürmer ab. Jetzt dröhnt seit knapp zwei Wochen pausenlos die gleiche Durchsage durch die Lautsprecher: „Der kleine Paolo möchte von seinen Verantwortlichen am Kinderparadies abgeholt werden.“

Paolo Guerrero hasst das Fliegen und alles, was dazu gehört: Duty-free Zigaretten, Tomatensaft, ja sogar die Personenkontrolle am Zoll findet der aviophobe Angreifer total doof. Kein Wunder, hatte Guerrero doch vor ca. zwei Jahren die Lacher auf seiner Seite, als er sich an der Gepäckausgabe mit einem kurzen Antritt in eine aussichtsreiche Position bringen wollte und sich prompt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog. Doch ob in diesem Anekdötchen die Ursache für Guerreros Flugangst zu suchen oder gar zu finden ist? Wohl kaum!

Eine Seefahrt, die ist lustig…

Doch was ist das eigentlich – Flugangst? Ist sie nach Depression und Homosexualität das wirklich letzte Tabuthema im Fußball? Das muss schon Dr. Zwanziger entscheiden. Auf jeden Fall sind Symptome der Flugangst u.a. schweißnasse Hände, Schwindel, Übelkeit, Darmkrämpfe und Kopfschmerzen. Eigentlich alles Beschwerden, die Guerrero aus seiner Münchener Zeit bei den Bayern von diversen Oktoberfest-Besuchen kennen sollte. Doch offensichtlich setzt die Flugangst dem 26-Jährigen derart zu, dass sich nun auch die HSV-Verantwortlichen in dieser Woche einschalteten.

Eine erste, vielleicht sogar tatsächlich gut gemeinte Idee aus Hamburg lautete, dass der an einem Kreuzbandriss laborierende Stürmer mit dem Frachtschiff den Hamburger Hafen erreichen soll. Ein Vorschlag, für den intern der passende Hammer ausgepackt wurde und der eine oder andere Kopf rollen musste. Zwar würde eine solche Reise nur lächerliche vier Wochen dauern, aber an Bord eines Frachtschiffes könne man gar kein Rehabilitationstraining absolvieren, erkannten die smarten HSV-Verantwortlichen sofort. Ein Grund, der eindeutig gegen ein Schiff, aber sehr wohl für ein Flugzeug spricht! Und genau ein solches soll Guerrero nun mit seinem Cousin besteigen. Der HSV muss nur noch ein passendes Visum organisieren und dann soll es endlich klappen mit der Heimreise.

Flugangst hin, Angst vor der neuen Konkurrenz her, falls auch dieses Vorhaben scheitert, empfehlen wir Plan B: Paulo, mach es einfach wie auf dem Hinweg!

(Bild: flickr.com / JoshuaDavisPhotography.com)

3 Gedanken zu „Neues von Piloten-Paolo“

  1. warum geben die ihm nich einfach ne buddel k.o.-tropfen und lassen ihn an/von bord tragen?

  2. Das hilft nix. Wer einmal Nicoles „Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund“ im Ohr hat, der bleibt ewig in Peru. Dagegen hilft nur die Pilotenballade „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Die sollten die HSV-Verantwortlichen dem Paolo schnellstens über den Teich mailen. Dann stürmt der Gute sicher zum nächsten Flieger nach Hamburg und will gleich selber fliegen.

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