Van, Van, Van!

van-the-manDiesen Transfer besangen schon die Beach Boys. Ruud van Nistelrooy hat deutschen Boden betreten. Ein warnender Willkommensgruß.

Eins vorweg: Offenbar hat sich van Nistelrooy nicht richtig informiert. Denn zu einer von Bruno Labbadia trainierten Mannschaft wechselt man nicht in der Winterpause sondern im Idealfall im Sommer, um dann im Winter wieder das Säckel zu packen. Die Einbrüche der Labba-Teams in der zweiten Saisonhälfte sind schließlich legendär.

Enthüllt: Van the Man ist Ossi!

Zunächst muss ein Thema angeschnitten werden, das die Gazetten bislang aus falschem Pietätsverständnis unter den Tisch fallen ließen. Mauertaktik enthüllt: Ruud van Nistelrooy ist Ossi. Ja, werte Leserschaft, richtig gehört, schauen Sie in den einschlägigen Enzyklopädien nur den Geburtsort des Ausnahmeangreifers nach und Sie werden verstehen… Vor diesem Hintergrund muss man den 33-Jährigen als größten Wendegewinner von allen bezeichnen – noch vor David Hasselhoff, Margot Honecker und diesem Sachsen vom Polizeiruf.

Seine Profikarriere begann „Van the Man“ seltsamerweise in Deutschland (West), beim Werksteam der Traditionsfirma Bosch. Hier und beim SC Heerenveen (in Deutschland-Ganzwest) hielt sich der Nachwuchsknipser noch mit dem Toreschießen zurück, anders als bei seiner nächsten Station. In Eindhoven, beim dort ansässigen PSV, gelangen dem Mann, den seine engsten Freunde schlicht Rutgerus Johannes Martinus rufen, in 67 Spielen nicht weniger als 62 Tore. Müllersche Quoten im Schwemmland! Auch danach konnte die Torraupe Nimmersatt nicht kürzer treten und ballerte den gegnerischen Keepern im Trikot von Manchester United und Real Madrid ebenfalls die Hucke voll, dass es nur so krachte.

Träger des Johan-Cruyff-Schals

Obwohl Ruud mehrfach bester Champions-League-Torschütze wurde, reichte es nie zum ganz großen Wurf. Zwar wurde dem mehrfachen Holländer des Jahres zwei Mal der Johan-Cruyff-Schal umgehängt, einen europäischen Pokalwettbewerb gewann der Preisgekrönte jedoch nie. Das könnte sich nun mit dem HSV ändern, der sich beste Chancen in der Europa League ausrechnet.

In Anbetracht der Tatsache, dass van Nistelrooy im Jahre 2009 nur ein paar Minütchen auf dem Fußballplatz gestanden hat, stellen die ewigen Nörgler (mit denen dieses Land gesegnet ist) die Frage nach dem sportlichen Wert des Transfers. Will der Holländer, der zum ersten Training natürlich mit dem Caravan erschien, es sich schlicht unweit seiner Heimat noch einmal bequem machen und am Ende der Weltlaufbahn gemütlich ausrollen? Das hätte er sicher bequemer und vor allem wärmer haben können.

Schrecklicher Verdacht: Will der alternde Toptorjäger am Ende gar den Deutschen die WM vermiesen, indem er bei den Bundesligapartien auf alle deutschen Nationalspieler losgeht wie ein madrilenischer Stier? Nein, so viel Unsportlichkeit möchten wir nicht mal einem Grachtenplanscher zutrauen. Auch das sonst so gut informierte Mauertaktik-Team weiß nicht, wie das Märchen von Blauweißchen und Nistelruud ausgehen wird. Freuen wir uns stattdessen einfach auf den Mann der tausend Tore und die neue holländische Kolonie in der Bundesliga.

Bild: Wikimedia Commons / Paul Blank

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Van, Van, Van!“

  1. Noch ein Niederländer beim HSV. Schlägt van Nistelrooy ein wie einst Rafael van der Vaart? Oder macht er sich schnell vom Acker wie Martin Jol und Nigel de Jong?
    Vielleicht wissen wir schon am Freitag mehr, wenn der HSV gegen die momentan ziemlich handzahmen „Wölfe“ spielt.

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