Ganz Kroos!

Statt in Hoffenheim zu stolpern, gewann Leverkusen klar mit 3:0. An allen Treffern beteiligt: Toni Kroos. Mauertaktik stellt das „Chromjuwel“ des deutschen Fußballs vor.

Schauen wir zunächst zurück auf die Partie in der Didi-Hopp-Kampfbahn. Das 1:0: Küken Kroos zwirbelt einen Freistoß aus halbrechter Position auf Dino Hyypiä. Jugendliche Unbändigkeit und abgezockte Altersweisheit verschmelzen zum Führungstreffer für Bayer 04. Beim 2:0 wiederum ist Kroos die Fermate hinter einer wundervollen Komposition resp. Kombination, mit der die Heynckes-Elf die linke Hoffenheimer Seite in wenigen Sekunden zum Implodieren gebracht hat.

Derdiyoks Spreizsprung ermöglicht Kroos die Chance auf den zweiten Treffer des Abends, der verwandelt sich flugs in seinen 48-jährigen finnischen Kollegen und schiebt die Kugel mit hyypiäscher Lässigkeit ins kurze Eck. Flinkes Kurzpassspiel vor dem dritten Streich der Leverkusener Rasselbande: Über sieben Stationen wird das Leder vor das Hoffenheimer Tor getragen, Kroos passt klug in den Rücken der schwindelnden Abwehr – so einfach kann Fußball sein…

20 Jahre ist Toni Kroos Anfang Januar geworden. Ziemlich jung, der Bursche, aber nicht jung genug, um den Zusatz „DDR“ in der Geburtsurkunde umgangen zu haben. Macht nix, der Wendegewinner hat ja einen nicht schlecht bezahlten Job gefunden, und auch am Greifswalder Bodden, wo Kroos geboren und aufgewachsen ist, muss er sich nur noch zeigen, wenn Tante Trude Geburtstag hat.

Kroos‘ Vater, der heute die B-Jugend von Hansa Rostock trainiert, war genau wie Sohnemann aktiver Sportler, die Mutter jedoch nicht – sie wurde DDR-Meisterin im Badminton. Kroos hat Großes vor, die Länderspielkarriere soll nicht mit der U 21 beendet sein (und die Bundesligalaufbahn nicht in Leverkusen). Der erste Schritt ist gemacht, Löw nominierte Kroos für den Leistungstest der A-Nationalmannschaft im McFit in Baden-Baden-Süd. Es könnte also klappen mit einer Reise ins ferne Südafrika, wenn, ja wenn nicht wieder der alte Bremser auf den Plan tritt.

Denn alle huldigen Toni außer Uli Hoeneß, der bekanntlich einst in Reaktion auf die Lobhudeleien der Presse folgende legendären Worte bellte.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

4 Gedanken zu „Ganz Kroos!“

  1. „Kroos’ Vater, der heute die B-Jugend von Hansa Rostock trainiert, war genau wie Sohnemann aktiver Sportler, die Mutter jedoch nicht – sie wurde DDR-Meisterin im Badminton.“

    Ist Badminton kein Sport?

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