Marietta übernimmt!

fernsehen-kaputtEs war die News-Sensation der Woche: Marietta Slomka wechselt von Mainz nach Hannover!

Während bis gestern Naturkatastrophen und Schuldenberge die Medienlandschaft fest im Griff hatten, geht es heute nur noch um die 96-Neutrainerin. Nicht nur ist die kesse Blondine vom Lerchenberg die zweite Frau nach Bibi Steinhaus, die sich im hammerharten Löwenkäfig namens Männerfußball versucht. Auch die Frage, ob Frollein Slomkas Gespür für die Nuancen der mentalen Höchstleistung den gewünschten Erfolg bringen wird, zeitigt heiße Diskussionen.

Doch zunächst ein Wort des Abschieds für den wackeren Steiger, der das Werk verlässt, das er selbst in den Stollen gezimmert hat. Selbst den hartgesottensten Beobachter (Udo Lattek) überraschte der Zeitpunkt (tiefster Winter), zu dem Schachtpolier Schmadtke seinen verlängerten Arm abtrennte. Kein Zweifel: Der biedere Bergmann war bereits vor einer Weile verschütt gegangen. Auch Spezialtrupps hatten die Hoffnung zuletzt aufgegeben, im Chaos der Hannoveraner Halde überhaupt noch Punkte zu finden. Dennoch: Alles in allem mutet die Causa recht kindisch an.

Aber kommen wir zur Nutznießerin der ganzen Schose. Marietta, die Queen des Teleprompterreichs, wechselt nun also die Profession. Mauertaktik-Informationen zu Folge setzt die heute-Fee auch in Niedersachsen auf die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Erfolgstrio Klaus Kleber (Trainingsleitung), Gundula Gause (Pressesprecherin) und Wolfgang Wolf (Zeugwart). Im Hannoverschen absolvierte die Ex-ZDF-Frontfrau zwischen 2001 und 2004 bereits ihre Ausbildung zur Bauchrednerin. „Sie hat eine Geschichte in Hannover“, freute sich Hannovers Klubboss wie ein… äh… Kind.

Der „grobe Gedankenaustausch“ mit Fr. Slomkas Mitbewerber Marcel Koller sei den 96-Verantwortlichen am Ende doch etwas zu derb gewesen, hieß es von Vereinsseite. Koller habe versaute Fleischerwitze erzählt und Gehacktes zum Frühstück geordert. „Solche Schweinereien kommen uns nicht ins Haus“, sagte Schmadtke in einem Statement. ZDF-Intendant Schächter dagegen urteilte über den plötzlichen Verlust von Slomka, das Zweite habe „sein bestes Pferd“ verloren. Man werde sich nun nach möglichem Ersatz umschauen, ließ der Mainzer Sender verlauten. Als Nachfolgekandidaten für den begehrten Platz vor der Kamera werden Simone Thomalla, Oliver Kahn und Fritz von Thurn und Taxis gehandelt.

Bild: Flickr / schmilblick

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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