Der große Buli-Check zur Rückrunde (II)

ligacheck3Pünktlich zum Start der zweiten Halbserie haben wir die Antwort auf die Frage: Wer wird Meister?

Mindestens sechs Klubs machen sich Hoffnungen auf den großen Wurf. Von Bayer bis Bremen sind es sieben Punkte. Magaths Wölfe holten im Vorjahr noch neun Punkte auf und setzten sich am Ende die Krone auf. Läuft es wie 2009, würde am 8. Mai Torsten Tröte mit seiner jecken Aufsteigertruppe die Salatschüssel in Empfang nehmen – denn mit dem FSV Mainz 05 auf Rang 9 eröffnen wir den Flug über die oberen Tabellenregionen. Aber Jux beiseite: Wenig spricht dafür, dass wir Meister Tröte in der Rückrunde so viel freudhüpfen sehen werden wie vor Weihnachten. Während Mainz sich ins standesgemäße untere Mittelfeld verabschiedet, hat Meister VfL Wolfsburg noch etwas mehr vor. Der Europaschiss aka „das internationale Geschäft“ sollte es schon werden für Armin Veh und W.O.B. – über Veh wurde viel geschrieben und geredet, denn: Ein alter Bekannter ist nach kurzer Verschnaufpause back im Biz. Star-Trek-Veteran Dieter Hoeneß übernimmt den Managerposten. Den einen oder anderen Pelzmantelträger vom Zuckerhut hat er sicher gleich mit im Gepäck.

Weiter geht’s mit der TSG Hoffenheim. Rangnicks Ex-Überflieger haben anno 2009 an eine armselige Rückrunde eine solide Halbserie gehängt. Mit 25 Punkten sind die ungeliebten Kraichgauer in Schlagdistanz zu den Europapokalplätzen. Wenn Dembedu Obasevic zu alter Form zurückfiinden, ist sicher was drin – Sympathie in Deutschland ist es aber wohl nicht. Pokalsieger Werder Bremen bleibt seiner Philosophie treu und spielt Katz und Maus mit den meisten Gegnern. Özil und Marin fanden in Claudio Pizarro ihren willigen Vollstrecker. Die Tatsache, dass selbst Aaron Hunt nach Belieben trifft, sollte den Hanseaten aufzeigen, dass alles möglich ist in zis kräsi laif. Auf einem Europa-League-Rang schlug Feldherr Kloppo mit seinen Borussen das allzu kurze Winterbiwak auf. Die Dortmunder haben in Kevin Großkreutz ihre Antwort auf Albert Streit gefunden – mit dem BVB ist zu rechnen.

Mit beeindruckender Kraftanstrengung mühte sich der gebeutelte Hamburger SV in die Pause. In den letzten Spielen avancierte der holländische Neuzugang Elia zum Alleskönner. Vorne brandgefährlich, hinten ausputzend, dazwischen verteilend – das ist Polyvalenz im Jahr 2010! Elia wird wohl verzweifelt gegen den Labbadia-Fluch der Rückrunde anspielen. Ausgang ungewiss. Anders als bei der Meisterfrage, die allen Trainern gestellt wurde: 14 von 18 Übungsleiten legten sich auf den ewigen FC Bayern als Titelträger fest. Laaaangweilig. Und schon alleine deswegen schließt sich Mauertaktik, der Ausbund an Spannung und Action, nicht an: Bayern läuft als Dritter ein. Ha!

Blieben die zwei Besten der Vorrunde: Der FC Schalke 04 und die Werkself von Bayer Leverkusen. Können die beiden notorischen Loser wirklich und ernsthaft um den Titel mitspielen? Wir sagen: Ja! Felix Magath hat zwar jede Menge No-Name-Wühltischspieler eingeholt – doch wer kannte vor der Saison Christoph Moritz oder Lukas Schmitz? Der Knappen-Coach (siehe auch: Dressman unter Tage) hat das goldenste Händchen seit Gerd Fröbe – zuzutrauen ist dem Schleifer mit der Modebrille spätestens nach Wolfsburgs Husarenstück alles. Am Ende dann die Legende: Jupp, genannt Don Jupp, genannt Osram, Heynckes. Was soll man über den Mann, über den schon alles geschrieben wurde (siehe auch: Wer ist eigentlich Jupp Heynckes) noch schreiben? Nichts. Außer: Bayer Leverkusen ist so gut wie vielleicht noch nie. Kießling bombt, Helmes kehrt zurück – Osram strahlt.

Mauertaktik wünscht ein schönes Fußballjahr!

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.