Wo sind denn die Neuen?

look_fJa, wo sind sie denn? Letzte Woche gingen wir von Mauertaktik noch davon aus, dass es ungeheuren Spaß machen würde im Winter den Verein zu wechseln. Zur Zeit halten sich die Vereine auf dem Transfermarkt aber noch eher vornehm zurück. Vielleicht hat man Angst einen Winter-Flop zu erwischen. Der traditionelle Winter-Flop ist meist Topspieler vergangener Zeiten, der unbedingt gebraucht wird, um einen Verein zu retten / zum Meister zu machen. In Köln wird man da an Lilian Laslandes denken, der als Winter-Flop ’02 zu „Laslandesliga“ wurde. Aber nicht alle Vereine üben sich in Mäßigung. Werfen wir doch einen Blick auf diese.

Da ist als erstes auf jeden Fall der FC Schalke zu nennen. Im Sommer war von Haushaltsloch und Panikverkäufen die Rede, in der Zwischenzeit scheint man aber auf Öl bzw. Gas gestoßen zu sein. Anders ist der Kaufrausch nicht zu erklären, wenn die Transfers nicht in „Knappen“ bezahlt werden. Der erste Neuzugang, Bogdan Müller kam aus der Verbandsliga, war dabei nur der Auftakt. Als nächstes kam Abwehr-Norweger Tore Reginiussen, der wohl eher welche verhindern als schießen soll. Es folgten bis jetzt sechs weitere Neuzugänge, unter anderem ist Zé Roberto II auch wieder in Gelsenkirchen. Ob er aber in der Rückrunde zum Einsatz kommt wird abzuwarten sein, genauso wie die Frage, wer bei Schalke vielleicht noch Platz für die Neuen machen muss.

Ebenfalls aktiv wurde die Thomas-Tuchel-Truppe aus Mainz. Derzeit ist es Platz 9 (wie Wolfsburg im letzten Jahr nach der Hinrunde) und der Blick geht offensichtlich nach oben in der Tabelle. Da muss schon ein Stürmer von Real Madrid her. Na gut, von der zweiten Mannschaft: Der Ungar Adam Szalai soll die Abteilung Attacke verstärken, bis im Sommer van Nistelrooy zu haben ist. Und vom FC Brügge kommt auch ein Neuzugang für die Abteilung Alliteration: Jared Jeffrey. Der Amerikaner JJ ist ein Perspektivspieler, der laut TT bereits in der Rückrunde im Defensivverbund eingesetzt werden könnte. Bin begeistert.

Am Tabellenende sind die Winteraktivitäten naturgemäß etwas ausgeprägter. Dies sieht man derzeit allerdings eher nur bei der Hertha und beim Glubb. In Nürnberg hat man neben dem Neuzugang auf der Trainerbank vor allem versucht die Abwehr zu stärken. Ob „Talent“ Breno der Richtige für den Abstiegskampf ist, wird sich zeigen. Andreas Ottl hat zumindest ein wenig Erfahrungen mit sinkenden Schiffen: Er absolvierte ein Spiel für das legendäre „Team 2006“, was daraufhin abgeschafft wurde. Das kontert die Hertha mit drei Neuen. Der Georgier Kobiashvili wird auf der vereinseigenen Seite bereits liebevoll „Kobi“ genannt. Beste Voraussetzungen also für die notwendige Rekordaufholjagd. Vorne macht „Geki“ die Buden und schießt sich für die WM warm. Hinten lässt der baumlange „Hubi“ nichts anbrennen. Hinteres Mittelfeld, wir kommen!

(Bild: flickr.com / jessica_flavin)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

2 Gedanken zu „Wo sind denn die Neuen?“

  1. Für den Auftakt der Aufholjagd wurden in Berlin 5000 (!) Tickets abgesetzt, 2 Sonderzüge sind (leider) ausgebucht – HERTHAMANIA

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