Der große Buli-Check zur Rückrunde (I)

ligacheck3Was für Soldaten eine Ausbildung bei der Fremdenlegion ist, ist für die Bundesligaclubs der Mauertaktik-Ligacheck: Nur die Härtesten bestehen. Los geht’s mit Platz 10 bis 18.

Am Wochenende geht die Fußball-Bundesliga in die zweite und entscheidende Runde. Höchste Zeit also, dass die Teams der härtesten Prüfung aller Zeiten, dem Mauertaktik-Ligacheck, unterzogen werden. Den Anfang machen die Teams, die die Hinrunde nicht so gut abgeschlossen haben wie die Mannschaften, die auf einem einstelligen Tabellenplatz überwintert haben.

Die Frankfurter Eintracht trudelte zu Weihnachten auf Platz 10 ein – die beste Hinserie seit vielen Jahren – und schon gibt’s Stress. Grund dafür ist mal nicht Maik Franz, sondern der Knatsch zwischen Trainer Skibbe und Boss Bruchhagen, der dem Coach keine einzige Neuverpflichtung zur Verfügung stellt. Doch bevor der Streit irgendwie eskaliert, ist auch schon wieder Ruhe im Karton, genauso unauffällig eben wie im sportlichen Bereich. Überraschend klar im Niemandsland der Liga steht die Gladbacher Borussia. Entgegen der Einschäzung eines Welt-Sportredakteurs resp. eines Sportredakteurs von Welt ist Michael Frontzeck nicht die größte Trainernulpe, die rumläuft, sondern die größte Trainernulpe, die z.Z. tatsächlich so etwas wie Erfolg hat. Sollte sich daran was ändern, haben die Gladbacher mit Hans Meyer immer noch Plan B in der Schublade.

Den 1. FC Köln erkennt man derzeit am ebenso guten wie schlechten Torverhältnis. Die Domstädter haben nur 15 Gegentore kassiert, aber eben auch nur 10 Tore geschossen. Da hilft es auch nicht, dass Poldi sich in WM-Form schießt und ohne Ausnahme in jeder Begegnung zwei Treffer markiert, denn ganz hinten wird der bereits 48-jährige Mondragon im Kasten stündlich älter und verschuldet – ebenfalls ausnahmslos – reaktionsbedingt in jedem Spiel zwei Tore. Die Spiele enden also nun nicht mehr 0:0 oder 1:0, sondern 2:2 oder 3:2. Der SC Freiburg wird in der Rückrunde die Frage beantworten, warum sie im Oberhaus spielen, wenn genau für solche Teams irgendwann einmal die 2. Liga erfunden worden ist. Wie das im Fall Freiburg ausgeht, bleibt vorerst offen, aber auf jeden Fall ist dies eine Frage, die sich auch Hannover 96 endlich einmal ernsthaft stellen sollte. Bei den Niedersachsen droht Mike Hanke übrigens mit „Chancen auf die WM“, die er sich selbst ausrechnet, und verwandelt damit das breite Grinsen, das die dümmliche Eigentor-Orgie der 96er zuletzt auf das Gesicht von Fußball-Deutschland zauberte, in eine nationale Angstfratze.

Beim VfB Stuttgart lief’s zuletzt gar nicht rund, weder sportlich noch neben dem Platz. Man könnte zwar in der zweiten Halbserie ganz „gross“ rauskommen, doch selbst die eigenen Fans gönnen Skandal-Methusalem Jens Lehmann mittlerweile den Abstieg zum Karriereende. Dies könnte dennoch vermieden werden, da die zwei Abstiegsplätze und der Relegationsplatz schon vergeben zu sein scheinen. Der VfL Bochum hat sich mit Trainernovize Heiko Herrlich definitiv den falschen Trainer für den Abstiegskampf geholt und wird wohl um den Gang in Liga Zwo nicht herumkommen. Der Club aus Nürnberg hat sich zwar für die Defensive verstärkt, das ändert aber noch lange nichts daran, dass man im Angriff ungefähr so gefährlich ist wie Vinny, Sol und Tyrone im Guy-Ritchie-Kultfilm Snatch, als sie Vinnie Jones ans Bein pinkeln wollen. Nutznießer dieser Situation kann die schon abgeschriebene Hertha aus Berlin werden. Nachdem man als einziges Team der Liga gegen Leverkusen und in München zwei Tore schießen konnte, strotzt man in der Hauptstadt nur so vor Selbstbewusstsein. Und wenn man nach zwei Auftaktsiegen wieder punktgleich mit dem Vorletzten ist, läuft der Rest von selbst.

Morgen dann im Rückrunden-Check: Die Plätze 9 bis 1!


4 Gedanken zu „Der große Buli-Check zur Rückrunde (I)“

  1. Glaube dass die Frankfurter eine ganz entspannte Rückrunde haben werden. Trotz des Verletzungspech ihrer Stürmer werden sie nicht bis nach unten durchgereicht, aber Trainer Skibbe sollte statt zu merken mal gucken welcher Stürmer er in seinem Nachwuchs hat, vielleicht helfen sie ihm weiter, in anderen Vereinen klappt es ja auch.
    Gladbach dagegen glaub ich das es für sie am Ende aber noch mal eng werden könnte und sie sich nur auf Grund der guten Hinrunde in der Liga halten werden.
    Der Karnevalstrupp aus Köln wird auch nix mehr mit dem Abstieg zu tun haben, zwar ist Mondragon nicht mehr der jüngst, aber vorm ihm spielt eines der besten Innenverteidiger Paare der der Liga und so wird auch der FC in der Rückrunde nur selten mehr als ein Gegentor bekommen. Wenn zudem die Offensivabteilung erstmal ins Rollen kommt ist denen noch einiges zu zutrauen.
    Der VFB wird auch sich unten wieder rausspielen, weil da einfach das spielerische Potential zu gut ist. Nürnberg hat sich sehr gut verstärkt und wird zwar lange um den Abstieg spielen, sich aber doch frühzeitig retten. Anders sieht es bei den Vereinen Freiburg, Hannover und Bochum aus, dort werden wohl 2 Mannschaften den gang in die 2.Liga antreten müssen, weil einfach das Niveau und die Einstellung fehlt und die Mannschaft die sich rettet, bleibt einfach aus dem Grund drin, weil die anderen beiden noch schlechter spielen.
    Für die Hertha dürfte eigentlich jede Rettung zu spät sein aber zumindest die Relagtionsspiele sind ihnen zu Zutrauen, aber dafür müssen sie schon einen fehlerfreien Start in legen.
    Glaube es wird wohl ein sehr spannender Kampf bis zum letzten Spieltag.

  2. @H.Nuta: man könnte nach beim Lesen des Artikels meinen, dass du Hertha-Freund(in) bist.
    und ich dachte immer Mauertaktik wär ne Investigativjournalismus Seite…
    ABSOLUD ENDDÄUSCHEND

  3. @Ritschie: Ob ich tatsächlich Hertha-Freund(in) bin, könntest du vielleicht durch aufmerksames Lesen des Mauertaktickers jetzt am Samstag um 15.30 Uhr herausfinden. Wenn Du dann auch noch die Quizfrage zur Halbzeit richtig beantwortest, schick ich Dir ’ne Autogrammkarte. Deal?

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