MAUERTAKTIK | Fußball-Satire & Bundesliga-Liveticker header image 2

Alle Facts zum Cup

11. Januar 2010 · Fränck von Schleck · 3 Kommentare ·

afrikaEndlich ist der Afrika-Cup gestartet – alle harten Fakten zum Turnier liefert Kolonialwaren-Spezialist Fränck von Schleck.

Wie wird gespielt? Bereits gestern wurde die 27. Afrikameisterschaft mit dem Straßenfeger Angola vs. Mali eröffnet. In der Vorrunde kommt es zu jeder Menge weiterer Edelpartien, wie u. a. Mosambik vs. Benin, Burkina Faso vs. Togo und Gabun vs. Sambia. Der Modus ist einfach gehalten und gehorcht dem simplen Dreisatz: „Vier mal vier macht zwölf, widdewiddewit und vier macht fünfzehn.“ Nach der Gruppenphase mit ebensovielen Mannschaften geht es ab dem Viertelfinale im „Acht kleine Negerlein“-Prinzip weiter. Rechteinhaber Eurosport peilt eine Überflügelung des ZDF-Quotenrekords vom WM-Halbfinale Deutschland gegen Italien aus dem Jahre 2006 an. Damals schauten 29,66 Millionen Deutsche in die Röhre.

Wo wird gespielt? In der angolanischen Hauptstadt Luanda steigen die meisten Paarungen. Berühmtester Sohn der fußballvernarrten Millionenmetropole ist Bundesliga-Legende Nando (Nando, Nando) Rafael(o). Der Ex-Herthaner kickt derzeit für den FC Augsburg und hat frühzeitig eine verheißungsvolle Karriere in der Nationalelf seines Heimatlandes gegen eine Handvoll U-21-Einsätze für Schland eingetauscht. Rafael bibbert also wie wir alle beim Public Viewing auf der verschneiten Fanmeile. Außer in Luanda wurden auch Spiele an die südlicher gelegenen Spielorte Benguela und Lubango vergeben. Skandalös: Trotz teils enorm hoher Bleibelastung finden einige Begegnungen auch in der dicken Luft von Cabinda statt.

Wer ist dabei? Insgesamt 15 Bundesliga-Profis wurden von ihren Verbänden für das afrikanische Nationenturnier abberufen. Leverkusen, Hamburg, Hoffenheim und Wolfsburg stellen je zwei Spieler ab. Während die englische Premier League für die Dauer der Wettkämpfe Megastars wie Drogba, Essien und Adebayor einbüßt, fällt hierzulande der Verzicht auf Tiefkaräter wie Assimiou Toure, Wilfried Sanou oder Hans Sarpei ungleich leichter. Malaria-Bomber Aristide Bancé (Burkina Faso) hatte dagegen keinen Bock auf Reisestress und brach rechtzeitig einen Zwist mit Nationalcoach Duarte vom Zaun – prompt folgte die Ausladung. Bravo, der Mann! In Deutschland ist es derzeit eh viel heimeliger…

Wer lässt Kohle springen? Hauptsponsor Afri-Cola ist sich sicher, dass das Turnier trotz der Sicherheitsbedenken ein voller Erfolg wird. „Schwarzseherei kommt nicht in die Tüte“, äußerte ein Unternehmenssprecher gegenüber Mauertaktik. Der Gefahr, dass Afri-Cola-Botschafter Karlheinz Rummenigge Produkt und Ausrichterland zu einem mörderischen Haiku verquicken könnte, begegnete man im Hause Afri mit Gelassenheit. „Lieber schlechte PR als keine PR“, hieß es aus Führungskreisen des deutschen Traditionsunternehmens. Rummenigge beantwortete eine telefonische Mauertaktik-Anfrage mit den einleitenden Worten: „Ich sitz’ hier in Angola / und trinke eine…“ Dann brach die Verbindung zusammen. Jaja, die afrikanische Infrastruktur.

Bild: Flickr / futureatlas.com

Ähnliche Artikel:

  1. Afrika!
  2. Video-Countdown GER-ARG (1)
  3. Fausttanz im Fußball
  4. Video-Countdown GER-ARG (2)
  5. Der Mauertaktik-Jahresrückblick (II)

Kategorie: Internat. Frühschoppen

3 Kommentare

  • 1 Ritschie Kampuntschinski // 11. Jan 2010 um 23:14 Uhr

    ich glaub einige spiele finden auch in libuda statt.
    herzlichst Karl Auer

  • 2 Ritschie Kampuntschinski // 11. Jan 2010 um 23:16 Uhr

    riesig gleich am ersten spieltag ein 4:4 zwischen angola und mali, nach 4:0(!) Führung!

  • 3 Fränck von Schleck // 12. Jan 2010 um 9:14 Uhr

    Als Ersatzspielort war wohl auch Lumumba vorgesehen.

Beitrag kommentieren