Afrikas Beste (2): Roger Milla

afrikas-beste-2Wir stellen die größten Fußballer Afrikas vor. Heute: Der Fahnentänzer.

Keiner tanzte so schön wie Roger. Der Mann, der eigentlich viel zu alt für ein Weltturnier war, mischte die WM 1990 so richtig auf. Fünf Mal von Kameruns Nationaltrainer Valeri Nepomniachi als Joker gebracht, zahlte Mr. Hüftschwung in praktisch jedem Spiel die Einwechslung in barer Fußballwährung zurück – in Toren, Vorlagen, Elfmetern und unvergessenen Tänzchen an der Eckfahne.

Das Trikot immer lässig über der Hose tragend, begab sich Milla nach jedem Tor flugs zur Eckfahne, um seinen Tortanz im Stile des heimischen Makossa aufzuführen. Das charakteristische Jubelwackeln des rüstigen Kameruner Methusalems wurde eines der eindrücklichsten Bilder des italienischen Sommers.

Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft hatte Kameruns Nummer 9 sein 38. Lebensjahr vollendet. Luft für 90 Minuten hatte Milla, der 1978 im Dress der „unbezähmbaren Löwen“ debütiert hatte, nicht mehr, das wusste auch sein Trainer. Deswegen spielte Milla nie von Beginn an, was seine Durchschlagskraft in keiner Weise hemmte. Gegen Rumänien schoss er beide Tore, ebenso wie im Achtelfinale gegen Kolumbien (der Ballklau gegen den übermütigen Higuita ist unvergessen). Im Viertelfinale gegen England (2:3 n.V.), Milla kam zur Halbzeit ins Spiel, machte er sein vielleicht bestes Spiel der Endrunde – obwohl es weder zu einem Treffer für Milla noch zum Weiterkommen für Kamerun reichte.

1994 kehrte der ewige Milla noch einmal zurück auf die große Fußballbühne. Bei der WM in den USA traf er als ältester Spieler der Geschichte – eine Minute nach seiner Einwechslung, in der 47. Minute, es war der Ehrentreffer gegen Russland.

Doch seine Sternstunde hatte Afrikas Fußballer des Jahres 1990 auf dem italienischen Stiefel. Hier sind die schönsten Bilder:

Bild: Flickr / hoyasmeg

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Afrikas Beste (2): Roger Milla“

  1. was krass ist, das kamerun dmals wirklich noch ein kleiner gegner war…
    schade, dass der ferrero witz nicht kam!!

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