Wiegenfeste der Woche (9)

Der Anführer der "crazy gang"
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann

Auch im neuen Jahr widmet sich Mauertaktik verstärkt den Fußballlegenden und gratuliert ihnen und allen Geburtstagskindern. In dieser Woche hatten und haben wieder einmal besonders viele herausragende Kicker ihren Ehrentag. So feierte Zauberlehrling Toni Kroos am Montag seinen 20. Geburtstag. Am Dienstag wurde Altmeister Basti Deisler 30 und Uli Hoeneß und Karl „Knallgöwer“ feierten ebenfalls an diesem Tag.

Gerade dieser 5. Januar hatte es an Partys in sich. Auch in Hollywood knallten die Korken beim 45. Geburtstag von Vinnie Jones. „Die Axt“, die früher für schnelle Gelbe Karten und den ungenierten Griff in die Genitalien des Gegenspielers stand, ist längst in der Welt der hohen Kunst angenommen. Neben den bekannten Filmrollen ist Vinnie auch musikalisch unterwegs. Unter anderem veröffentlichte er 1993 ein Remake des Sam the Sham & The Pharaohs-Klassikers „Wooly Bully“. Ein Hit für jede Party!

Ebenfalls am Dienstag feierte Steffen Baumgart sein Wiegenfest. Der Lautsprecher aus Rostock pflegte als Aktiver das Image des Kämpfers und Arbeiters. So fasste er 2007 die Stärken von Energie Cottbus folgendermaßen zusammen: „Wir sind die größte Ekel-Truppe der Liga, keiner will gegen uns spielen.“ Ein Erfolgsrezept, das zu Aufstieg und Klassenerhalt in der ersten Liga führte. Besonders wichtig war da natürlich auch der Siegeswille, der bei Baumgart besonders ausgeprägt ist: „Kein Fußballer verliert gerne. Ich will sogar im Mensch-ärgere-dich-nicht gegen meine Kinder immer gewinnen. Darum spielen wir übrigens kein Mensch-ärgere-dich-nicht mehr zu Hause.“ Derzeit ist er als Trainer beim FC Magdeburg tätig.

Am Sonntag steigt dann die Stimmung in Norwegen und Frankfurt. Leider hat es mit der Umbenennung des Walther-von-Cronberg-Platzes in „Jan-Aage-Fjörtoft-Platz“ (noch) nicht geklappt, aber der norwegische Altinternationale erfreut sich in ganz Fußballdeutschland nach wie vor großer Beliebtheit. Unvergessen sein Übersteigertor zum 5:1 gegen Kaiserslautern zum Klassenerhalt 1999. Damals ließ sich Fjörtoft sogar zu der Aussage hinreißen: „Jörg Berger ist so ein guter Trainer, der hätte auch die Titanic gerettet.“ Gespaltener war da schon sein Verhältnis zu Nachfolger Felix Magath, dessen Schleiferqualitäten aber schon damals bekannt waren: „Ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte, weiß ich nicht. Aber die Überlebenden wären topfit gewesen.“ Fjörtoft saß damals vermehrt nur noch auf der Bank, aber er nahm es wie üblich mit dem ihm eigenen Humor. So begründete er seinen Einsatz gegen den SC Freiburg wie folgt: „Die Entscheidung war zwischen mir und dem Busfahrer, aber der Busfahrer hatte keine Schuhe dabei.“

Pünktlich zum Afrika-Cup feiert am Sonntag auch Winnie Schäfer seinen Sechzigsten. Der Ex-Kameruner konnte den Pott mit den „Lions Indomptables“ 2002 gewinnen. Bekannt ist er aber natürlich durch seine Erfolge mit dem KSC und seine Misserfolge mit dem VfB Stuttgart und TeBe Berlin. Die erfolgreiche Zeit mit Kamerun konnte Winnie leider nicht mit einer erfolgreichen WM krönen. Bekanntermaßen schied man damals u.a. gegen Deutschland aus. Nach dem 2:0 jubilierte der Boulevard: „Jaaa! Wir haben Winnies Skalp!“ Schäfer hat sich davon aber längst erholt und war in den letzten Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Übungsleiter tätig.

(Bild: flickr.com / Byron and Tamara)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.