So wird 2010!

weltpokal-ballDie nächsten zwölf Monate sind pickepackevoll mit Fußball. Mauertaktik hat in die Glaskugel geschaut und weiß bereits, was passieren wird!

3. März – Deutschland vs. Argentinien 1:4. Beim Testspiel in München kommen Jogis Jungs gegen Maradonas Mannen fies unter die Räder. Mertesacker und Boateng finden nach den ersten 45 Minuten Messi-Show den Weg in die Katakomben nicht und irren auch fortan auf dem Feld herum. Die argentinischen Fans wedeln mit Zetteln, Maradona reicht auf der Pressekonferenz der heimischen Journaille symbolisch die Hand. BILD titelt: „Atomschmelze gegen Super-GAUchos!“

1. Mai – Entscheidung in der Bundesliga. Der 33. und vorletzte Spieltag bringt die Entscheidung im deutschen Fußball-Oberhaus. Mit einem 1:0 gegen Werder Bremen gewinnt Schalke 04 die erste Meisterschaft seit 1723. Passenderweise am Tag der Arbeit malochen sich die schon ausrangierten Knappen mit Meistermacher Magath sensationell zum Titel. Der gesteht BILD unter Tränen: „Ich bin der Größte!“

12. Mai – Werder gewinnt die Europa League. Nach einer dramatischen Partie bezwingen die Hanseaten den englischen Vertreter FC Liverpool mit 5:3 nach Elfmeterschießen. Keeper Tim Wiese verwandelt den letzten Elfer im Hamburger Volkspark selbst und entblößt dann sein neues Oberarm-Tattoo „Hamburgers suck“. Werder-Coach Thomas Schaaf ist auf dem Gipfel des Erfolgs. Bei der Ankunft in Bremerhaven röhrt Reporterlegende Rolf Töpperwien: „Und jetzt betritt Thomas Schaaf Bremer Boden!“ Otto Rehhagel verdrückt im heimischen Essen eine Träne und schluchzt „Mein Sohn, mein Sohn…“ BILD jubiliert: „Werder Extra-Schaaf!“

11. Juli – Deutschland ist Weltmeister, schlägt Brasilien mit 3:2 Toren im Finale von Johannesburg. Capitano Michael Ballack reckt den Goldpokal in den afrikanischen Nachthimmel, Vize-Michi ist endlich rehabilitiert. Auf dem Weg ins Endspiel hat die deutsche Elf die Brocken England, Argentinien und Italien aus dem Weg geräumt. Star der WM ist Mesut Özil, Maradona sagt nach dem 2:5 im Viertelfinale: „Diego stand heute wieder auf dem Platz.“ 54, 74, 90, 2010 – BILD mit bizarrem Kolonial-Revival: „Jogis Löwen sind die Herrscher der Savanne!“

19. Dezember – Die Euphorie des Titelgewinns überträgt sich auf die folgende Bundesliga-Hinrunde. Die Stadien sind proppenvoll, die Fans feiern durch, die deutsche Eliteliga ist so attraktiv wie selten zuvor. Überraschender Herbstmeister wird der 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer, erst im Sommer nach vier Jahren aus der Zweitklassigkeit zurückgekehrt, spielen die Konkurrenz in den ersten 17 Spielen regelrecht an die Wand. Alter, neuer Trainer des FCK: Otto Rehhagel, der nach dem enttäuschenden Vorrundenaus in Südafrika (drei Niederlagen, 0:17 Tore) vom griechischen Verband „freigestellt“ worden ist. BILD anerkennend: „Otto, der Außerpfälzische!“

Bild: http://www.flickr.com/photos/clf/ / CC BY 2.0

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

4 Gedanken zu „So wird 2010!“

  1. Beim letzten Punkt wäre ich mir noch nicht so sicher, dass er wirklich eintrifft! Schließlich hat es mir altehrwürdigen Betze-Exil-Treff am Helmholtzplatz das letzte Mal so gut gefallen, dass ich glatt überlege, öfter zu kommen… :-)

  2. wasendiego ist gesperrt für die schießbude! prima ausblick, kann alles so kommen; lediglich auf die herthafans wird zu viel rücksicht genommen.

  3. Sehr schöner Artikel eines Magazins, dem ich sonst eher kritisch gegenüberstehe:

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,670780,00.html

    Vor allem der letzte Absatz gefällt mir:

    Das Rückgrat der Hertha ist 17 Spiele vor dem Liga-Abschied zwar noch nicht gebrochen, aufrecht gehen kann der Club aber lange nicht mehr. Der Hauptsponsor von Hertha BSC, auch das ist eine Errungenschaft von Dieter Hoeneß aus der Vergangenheit, ist übrigens die Deutsche Bahn. In Berlin wächst dieser Tage endlich zusammen, was zusammengehört.

Kommentare sind geschlossen.