Der VfB hat also einen Neuen. Es übernimmt Rolf Fringer. Nein, natürlich nicht! Christian Gross macht es, der bereits gestern Abend der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Ein Trainerwechsel, bei dem ein bitterer Beigeschmack bleiben wird. Markus Babbel wurde bis zuletzt der Rücken gestärkt um kurz danach 23 Dolchstiche dort zu platzieren. “Auch Du, Horst!”, soll Babbel aber nicht gesagt haben.
Nun kommt also der Mann aus der Schweiz. Dort kann Gross durchaus Erfolge vorweisen. Der ehemalige Spieler des VfL Bochum begann seine Karriere als Coach bei den Grasshoppers aus Zürich, die er auch zu zwei Meisterschaften führte. Dem folgte 1997 ein Ausflug an die White Hart Lane. Die abstiegsgefährdeten Hotspurs konnte er in dieser Spielzeit zwar retten, aber er musste dann nach einem Fehlstart in die folgende Saison frühzeitig gehen. Seine frühzeitige Entlassung hing wohl auch mit seinem schweren Stand bei den britischen Medien zusammen. Dies hatte seinen Ursprung auch in der damaligen Antritts-PK von Gross in London. Dort hielt der Neutrainer eine U-Bahn-Fahrkarte hoch und sagte: “I want this to become my ticket to the dreams!” Die Briten bückten sich ab. Aber Glück im Unglück für Gross: So konnte er in die Schweiz zurückkehren und trat da seine erfolgreichste Trainerstation beim FC Basel an. In zehn Jahren gewann er dort unter anderem vier Meisterschaften.
Gross setzt damit die Tradition der Schweizer Fußballlehrer fort, die den Bundesligaprofis das “Tschutten” (lokal für “Fußball spielen”) beibringen wollen. Durch die Entlassungen von Marcel Koller und Lucien Favre war die Anzahl der eidgenössischen Übungsleiter auf einen historischen Tiefstand zurückgefallen. So wissen wir hierzulande längst, dass der Schweizer Fußball mehr zu bieten hat als Sepp Blatter. So besteht für VfB-Fans die Hoffnung, dass die Abwehr um Tasci und Delpierre zum neuen Schweizer Riegel werden kann. Und wenn damit der Erfolg zurückkehren sollte, heißt es nach dem Stadionbesuch auch endlich wieder: “Es fägt!”
Gross gilt als harter Hund und freut sich tierisch auf die “ehrenvolle, aber auch schwierige Aufgabe”. Vor allem will Gross die Aggressivität zurück in die Mannschaft holen. Als erste Maßnahmen sind Taschengeldkürzungen und Playstationverbot im Gespräch. Aber auch Gefühle kommen nicht zu kurz. So fordert der Lebemann mit dem schütteren Haar von den Spielern “volle Leidenschaft” und bezeichnet sich selbst als so “positiv strukturiert”, dass “er wenige negative Gefühle hat”. Bahn frei also für Romantik und Rasenschach im Schwabenland!
(Bild: wikimedia commons / Michel-Tillate unter creative commons)
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1 Kommentar
1 wasendiego // 7. Dez 2009 um 10:13 Uhr
Ganz Grosses Kino auf dem Wasen! Als VfB-Fan bin ich ziemlich froh darüber, am Wochenende keinen Fernseher in meiner Nähe gehabt zu haben. Dieses Trauerspiel kann sich ja keiner mehr antun. Anstatt den daueralkoholisierten Hobby-Pokerspieler mit der Nummer 23 aus dem Team zu werfen, wird wieder einmal der Trainerlehrling geopfert – und damit wahrscheinlich am Mittwoch das CL-Achtelfinale klar gemacht! Neue Besen und so… Ich bin gespannt!
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