Bayers Beste

lesniak-schanuzDrei Tore gegen Stuttgart, zwölf in dieser Saison. Stefan „der Kies“ Kießling brennt wie ein Ölfeld in Kuwait. Mauertaktik erinnert an Kießlings Vorgänger, die größten Torjäger von Bayer Leverkusen.

Ulf Kirsten

Die Zahlen lesen sich beeindruckend. 182 Tore in 350 Spielen für die Werkself stehen in der Bilanz des kantigen Sturmtanks. Mit dieser Bilanz ist „der Schwatte“ bis heute der erfolgreichste Knipser, den Bayer Leverkusen in seiner sogenannten Geschichte jemals hatte. Die Torfabrik aus Riesa sicherte sich drei Mal mit 20 Toren oder mehr die Torjägerkanone. Obwohl er seine besten Jahre in der DDR verplempert hatte, brachte es der stämmige Ex-Dresdner darüber hinaus noch auf 51 Länderspiele für das richtige Deutschland. Schappöchen!

Andreas Thom

Viele Jüngere denken gleich: Ach ja, der kleine Typ mit dem Schnubi, der damals beim 6:6 von Schalke gegen Bayern drei Tore schoss. Weit gefehlt! Andy Thom, den Bayer-Heavyweight Rainer Calmund im Januar 1990 für eine Modelleisenbahn und eine Tafel Schokolade vom Berliner FC Dynamo loseiste, stand nie im Verdacht, ein „Professor“ zu sein, und spielte trotz Starfaktors hinter Wendegewinner Kirsten meist die zweite Geige. Nach sechs (unterm Strich dann doch erfolgreichen) Jahren Bayer zog es Thom in seine alte Heimat, wo er bei der Berliner Hertha (damals erstklassig) die Laufbahn ausrollen ließ.

Marek Lesniak

Der Doppelgänger von Demir Hotic ist vielen ehemaligen Gegenspielern nur noch als „der Pole mit dem Schnauzbart“ bekannt. Was daran liegen mag, dass Lesniak, der die Schlitzohrigkeit mit besonders großen Löffeln gefuttert hatte, auf dem Spielfeld einen flüchtigen Charakter offenbarte. Die Abwehrspieler sahen meist 89 Minuten nichts von ihm, bis dann ein überdimensionierter Walrossbart wie aus dem Nichts die Pille ins Netz bürstete. Bis heute ist Lesniak der letzte Siegtorschütze der Werkself in München – und schon alleine deswegen in Leverkusen unvergessen.

Bum-kun Cha

Nicht zu verwechseln mit seinem ungleich erfolgloseren Sohn, der aktuell im Breisgau die Stiefel schnürt, brachte es „Tscha-Bum“ auf 52 Treffer im Bayer-Dress. Der Rüstungs-Import vom Luftwaffensportklub Seoul war der erste Koreaner in der Bundesliga und sorgte zwischen 1983 und 1989 für mächtig Getöse bei Bayer – mit dem absoluten Höhepunkt für den 1,50-Mann im Jahre 1988, als der UEFA-Cup an den Rhein geholt wurde. Noch beeindruckender ist Chas Bilanz für sein Heimatland, für das er in 127 Länderspielen 55 Buden machte. Heißen wir Cha nachträglich noch einmal willkommen mit den Worten des Lyrikers Eckhard Henscheid: „Bum Kun Cha! Freund aus dem Osten! Fremdling bist Du nicht länger – nicht bitt’res Los ist Exil Dir! Heimat, die zweite, du fandst sie.“

Bild: Flickr / hapal

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Bayers Beste“

  1. „…(damals erstklassig)…“ ICK RASTE GLEICH AUS UND SPRENGE DIESE SEITE!!!

  2. Kießling ist nur eine Eintagsfliege! Entweder er reißt sich wie Ibisevic letzte Saison in der Winterpause das Kreuzband oder er durchlebt in der Rückrunde eine „bittere Torflaute, bei der die Kiste seit fast 1000 Minuten wie vernagelt scheint“. Aber zur WM fährt „Kies“ garantiert nicht! Das war bisher nur dem großen „Schwatten“ als Bayer-Stürmer 1998 vergönnt und dabei sollte es auch bleiben…

Kommentare sind geschlossen.