Fußball 3000 Marke Weserstrand

fussball-kunstBremen marschiert. Özil und Marin machen die Hütchenspieler, selbst Boenischman trumpft auf. Wer ist eigentlich Diego?

Sie scheinen nicht zu stoppen zu sein. Im 20. Pflichtspiel blieben die Bremer Zauberfußballer ungeschlagen, zerlegten in einer Partie, die auch zehn Tore auf Gästeseite verdient gehabt hätte, den Sportclub aus Freiburg wie ein Tornado ein Fertighaus am Strand von Florida. Mauertaktik zieht den Hut.

Was macht eigentlich Diego? Der brasilianische Ballnarr verdient sein Geld nun wohl irgendwo in Italien. Kratzt aber keine Sau entlang der Weser, denn statt des hitzköpfigen Südamerikaners steht in dieser Saison ein doppeltes Diego-Double auf dem Platz, das die physikalischen Gesetze permanent außer Kraft setzt. Pirouetten, Hackenpässe, Außenristflanken – das alles in einem Tempo, das man von Hütchenspielern in der Fußgängerzone gewohnt ist: „Einse, zwei, wo is de Ball?“ Das leidige alte Problem, dass Diego mit sich selbst keine Doppelpässe spielen konnte, ist damit gelöst, ohne dass der Schizo-Doc auf den Plan gerufen wird.

Marko Marin also und sein kongenialer Partner Mesut Özil sind die alles dominierenden Spieler in der Werder-Elf, die schon jetzt das Prädikat meisterlich übergestülpt bekommt. Die Fans sind so begeistert, dass sie sich bereits einen neuen passenden Gesang ausgedacht haben: „Mesut Özil, Fußb-Allah!“

Özil und Marin reißen die Mannschaft mit. Da kann selbst mal ein Fringsbums ausfallen. Auf Knallchargen wie den Lutscher oder Naldo sind die Bremer nicht einmal mehr angewiesen. Wo in der letzten Saison noch hin und wieder der Dropknallschuss ausgepackt werden musste, wird heute gewuselt, gedribbelt und fintiert, bis der Ball über der Linie ist. Erstaunlich: Selbst Ex-Grobmotoriker wie The Mighty Boenischman mischen auf einmal beim Spiel nach vorne konstruktiv mit.

Und wenn Edelknipser Claudio „Pizza Chef“ Pizarro ausfällt, stehen bereits die nächsten Goalgetter im Kabinengang bereit. So wie Ex-Kabel1-Maskottchen Almeida, der zwei Mal einnetzte und dann jeweils eines seiner dezenten Tattoos abbusselte. Oder Markus Rosenberg, um den es auch ruhig geworden war. Beeindruckend das alles. Äußerst beeindruckend.

Bild: Flickr / jamiejohndavies

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

2 Gedanken zu „Fußball 3000 Marke Weserstrand“

  1. guten abend,

    sehr schöner blog! kompliment!

    sehr lustig übrigens:
    Ich wurde gerade auf YouTube fündig:
    Der nächste WM Song zum Mitsingen :-)
    den müsst ihr unbedingt bei euch auf der seite mitaufnehmen.

    „11 FREUNDE MUSST DU SEIN“
    http://www.youtube.com/watch?v=GMgZKjV4sMI

    Viele Grüße an die Bloggergemeinde!
    Martin

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