Vier WM-Tickets zu vergeben!

Donbass_Arena_10Heute werden die vier in Europa verbliebenen Eintrittskarten für die WM 2010 verlost. 13 gab es ja insgesamt, der Rest ging wie üblich an Sponsoren. Es folgen also vier packende Rückspiele, nachdem die Hinspiele noch keine Entscheidung brachten, obwohl die WM-Träume einiger Nationen etwas unwahrscheinlicher als noch vor Wochenfrist erscheinen.

Leider auch der von Bosnien-Herzegowina. Man hatte ja gehofft, dass die Portugiesen in ihrer altbewährten Arroganz die Bosnier gnadenlos unterschätzen, aber leider war Cristiano Ronaldo nicht dabei. So hat B-H nach der 1:0-Niederlage im Stadion des Lichts nun im Rückspiel zwar die Fans im Rücken, muss aber auf Kapitän Spahic und Strippenzieher Misimovic verzichten. Wünschen wir trotzdem alles Gute, damit es mit der WM-Premiere doch noch klappt. Einziger feststehender WM-Debütant ist damit derzeit die Slowakei. Allerdings weiß man jetzt nicht genau, ob man die acht WM-Teilnahmen der Tschechoslowakei hier zurechnen muss. Sagen wir mal die Hälfte: Vier Teilnahmen also doch schon.

Noch etwas schlechter sieht es für die Iren aus. The Boys in Green mussten die 0:1-Niederlage zu Hause hinnehmen und so kann Frankreich heute schön in Maginot-Manier mauern. Die Iren brauchen mindestens ein Auswärtstor. Dabei war doch alles für einen schönen Heimsieg bereitet. Das Spiel konnte sogar im Croke Park stattfinden, was erst seit ein paar Jahren möglich ist. Dieses Stadion war nämlich vorher ausschließlich den gälischen Sportarten vorbehalten. Trotz dieser generösen Ausnahmegenehmigung ging das Spiel durch einen abgefälschten Schuss in die Binsen. Nun sind Trapattonis Tricks gefragt, um Irland doch noch nach Südafrika zu bringen und damit die Fraktion der biertrinkenden Nationen bei der WM entscheidend zu stärken. Das Ausscheiden der Tschechen ist noch lange nicht kompensiert.

Auf der Kippe steht das Schicksal von Ottos Griechen. Das 0:0 im heimischen Athen könnte zu wenig gewesen sein. Bemerkenswert beim Gegner Ukraine ist der Umstand, dass außer Tymoshchuk alle Akteure der Startelf in der heimischen Liga aktiv sind. Dies ist sicher auch eine Folge des Aufstiegs einiger ukrainischer Clubs, insbesondere Schachtjor Donezk. So stellt sich die Mannschaft auch fast ausschließlich aus Spielern von Donezk und Dynamo Kiew zusammen. Eine kleine Ausnahme bietet da Ruslan Rotan. Der Spieler verdient sein (Ukrainisch-)Brot bei Dnjepr Dnjepropetrowsk. Einer der schönsten Vereinsnamen neben Wormatia Worms und Tom Tomsk.

Wirklich spannend wird es auch beim Kick in Maribor. Zwar bringt Russland hier eine 2:1-Führung mit, aber den Slowenen gelang das so wichtige Auswärtstor durch Nejc Pecnik in der 87. Minute. Wäre wirklich ein Knaller, wenn die Slowenen den großen Favoriten Russland zu Fall bringen könnten. Im Vorfeld der WM 2002 schaffte man dies mit den Rumänen. Star war damals Zlatko „ZZ Top“ Zahovic. Heute kommen die Hoffnungsträger aus der BuLi: Das Sturmduo heißt Novakovic und Dedic. Viel Erfolg!

(Bild: wikimedia commons / Elparadiso19)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.