Die Kiwis kommen!

fussball-sonnenuntergangSüdafrika bekommt im Sommer 11 Kiwis geliefert. Torwart Mark Paston sei Dank: Die neuseeländische Fußballnationalmannschaft hat sich zum zweiten Mal nach 1982 für eine WM qualifiziert. Mauertaktik stellt die sympathischen Exoten vor.

Vorab gilt es, mit einem Missverständnis aufzuräumen: Zunächst gab es auch Riesenjubel in Teilen Brandenburgs, als die Meldung über die Qualifikation der „All Whites“ über den Ticker rauschte. Doch dann die Ernüchterung in Neu-Seeland und Umgebung. Nicht die Kreisauswahl aus der Lausitz, sondern die Nationalmannschaft des fernen Inselreichs hatte die Quali geschafft. Schade, vielleicht klappt’s 2014.

Nehmen wir’s vorweg: Der einzige neuseeländische Fußballer, den man hierzulande kennt, ist Wynton „Kiwi“ Rufer, dessen Spitzname alleine schon seine universelle Bedeutung für den neuseeländischen Fußball ausdrückt. Was viele deutsche Fans enttäuschen wird: Rufer spielt gar nicht mehr mit. König Ottos Lieblingsstürmer betreibt mittlerweile fußballerische Entwicklungsarbeit in seiner Heimat.

1982 war Rufer beim ersten und einzigen fußballerischen Großereignis dabei, das dem Commonwealth-Mitglied bislang vergönnt war. Die WM in Spanien war leider schneller beendet als erhofft. Bei den drei Spielen gegen die starken Schotten (2:5), die bärenstarken Russen (0:3) und die extrem starken „Brasilier“ (P. Breitner, 0:4) gingen die Kiwis ein und verlegten sich für die nächsten knapp drei Jahrzehnte wieder auf das, was sie wirklich können: Rugby spielen und Schafe scheren. Nun das große Comeback auf der Weltbühne, das ein ganzes Land in Ekstase versetzt.

Denn im ozeanischen Backpacker-Paradies bekommt man von der großen weiten Welt sonst nur etwas mit, wenn Peter Jackson, nach Rufer der zweitbekannteste Sohn des Inselstaats, mal wieder einen Monumentalschinken dreht. Jahrelang war das Problem, dass es im ozeanischen Fußball nur einen geben konnte, der sich für die WM qualifiziert: Australien. Nach der Verschiffung der Aussies in den asiatischen Raum war der Weg frei für die „All Whites“.

Der Pfad in die Zivilisation ist jedoch lang (ins verhasste Australien will kein Kiwi, der ein Fünkchen Ehrgefühl besitzt), mit dem Dampfer schippert man schon mal ein paar Wochen, bis wieder Land in Sicht kommt. In Anbetracht dieser isolierten Lage nimmt es nicht wunder, dass die allermeisten Nationalspieler in der heimischen Liga auflaufen, deren sportliche Bedeutung in der Nähe der zweiten deutschen Frauen-Bundesliga angesiedelt ist.

Demnächst heißt es in Wellington also schon: Leinen los und ab nach Südafrika! Auch für Neuseeland gilt der alte Michael-Ballack-Sinnspruch: Dabei sein ist alles.

Bild: Flickr / Alex France

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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