„Nie wieder Hütchenspiel!“

betfredDieser Bundesligasamstag war etwas Besonderes für Zocker und Tippfreunde. Ein absoluter Alptraum für den klassischen Favoritentipp, aber dafür umso besser für die Quote. Ob der Otto Normaltipper davon profitiert hat, darf bezweifelt werden. Deshalb brach in den meisten Tipprunden und bei den meisten Totoianern nach der BuLi-Konferenz eine gehörige Depression aus. Es herrscht die Finanztippkrise in der Bundesliga. Nächste Woche werden sie aber wieder alle ihren Tippschein ausfüllen und (ungeimpft) mitfiebern. Dabei warnten Die Ärzte doch schon vor Jahren: „Nie wieder Hütchenspiel!“

Völlig unerwartet war vor allem die erste Niederlage der Hamburger in dieser Saison. Die Fohlen aus Gladbach, die auswärts in den letzten Jahren eher im Stile von Brauereipferden auftraten, stürmten in furioser Art und Weise die HSH-Nordbank-Arena, die damit auch in der Krise angekommen ist. Wiedermal einnetzen konnte Dante, dessen Leistung von Spieltag zu Spieltag zwischen Himmel und Hölle schwankt. Nun scheint er aber den Weg der Läuterung eingeschlagen zu haben und stürzte mit seiner Kopfballrakete den HSV in die ewige Verdammnis (Platz 3).

Ein 3:3 ist für den Tipper sowieso ein Graus. Insbesondere wenn es das Ergebnis im Heimspiel des aktuellen Meisters gegen Mainz 05 ist. Für den normalen Zuschauer sieht das schon wieder ganz anders aus, besonders wenn es gut und gerne auch 3:4 oder 4:3 ausgehen kann. Ein flotter Kick und wieder getroffen hat, diesmal mit einem formidablen Freistoß, Kult-Ösi Ivanschitz. Der Mainzer Trainer Mr. T nennt seinen Schützling intern nur noch „Andinator“. Standesgemäß verabschiedete er sich daher auch von Diego Benaglio: „Hasta la vista, Baby!“

Mit seinem Dropknallschuß in den Winkel sorgte Aaron Hunt noch für einen versöhnliches Ende beim Gastspiel seiner Bremer im Easy-Credit-Stadion. Die Glubberer hatten bereits wider jede Vorhersage eine komfortable 2:0-Führung herausgespielt bevor Hunt auf Torejagd ging. Besonders das 1:0 war hier sehr sehenswert, als Wiese mit seiner klassischen Kung-Fu-Grätsche diesmal am Ball vorbeiflog. Offensichtlich war das nicht als lustige Einlage mit Eigler abgestimmt, denn dieser schob unbeirrt ein. Lange sah es so nach einem Nürnberger Sieg aus, aber auch das 2:2 hatten die wenigsten in dieser Form auf dem Zettel.

Nach dem geglückten Pokalauftritt präsentierten sich die Kölner gegen Hannover auch nicht in der erhofften Topform. Da durfte auch Jan „Hans“ Rosenthal für 96 als Spielgestalter frei aufspielen und sogar das entscheidende 0:1 markieren. Er wirbelte vorne mit den Sturmkollegen Diether Ya Konan und Gimli Stajner. Obwohl die 1 auf dem Tippschein nicht die unrealistischste Variante zu sein schien, brachte Köln wenig nach vorne. Darüber dürfte sich Robert Enke am meisten geärgert haben, der ja nun den Marsch durch die Institutionen zurück ins Nationaltor antreten will. Aber auch er wird bald wieder Gelegenheit haben sich auszuzeichnen!

(Bild: flickr.com / Alan Stanton)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

3 Gedanken zu „„Nie wieder Hütchenspiel!““

  1. Ja, :-) . Der beste Teil in dem Lied ist meiner Meinung nach:

    „Nie mehr Malefiz und nie mehr Fang den Hut!
    Nie wieder Hütchenspiel – dann wird alles wieder gut! „

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