Süd-Gipfel zum Kürbisfest

kuerbisDer 11.Spieltag der Fußballbundesliga steht voll und ganz im Zeichen des Kürbis. Es ist wieder soweit. Während zum Valentinstag allfrühjahrlich die Floristenlobby zum Einsatz kommt, schlägt Ende Oktober regelmäßig die Kürbismafia auf und was machen wir? Na, wir machen mit und feiern Halloween. Um im DFL-Gruselkabinett nicht den Überblick zu verlieren, hier der Mauertaktik-Fahrplan fürs Wochenende.

Standesgemäß für das Halloween-Wochenende steigt die Liga am Freitag Abend im Signal-Iduna-Park – quasi als Warm-up – mit einem eher unschönen Spiel ein. Kloppos Krieger mit Konsonantenmonster Blaszczykowski gegen die Rumpelkicker aus der Hauptstadt. Punktemäßig würde es bei beiden momentan übrigens nicht mal zum Uefa-Cup-Rang reichen, wenn sie fusionierten. Nicht für Fußballfeingeister also, Gruselfaktor hoch!

Anders dagegen der Samstag. Die Feierkönige aus Mainz spielen beim Deutschen Meister in VW-Stadt vor. Die Wolfsburger spielen ungefähr schon so lange in der Bundesliga wie das alberne Kürbisfest hier in Deutschland bereits gefeiert wird, sind aber im Gegensatz zu Halloween bereits ganz oben angekommen. Beim Amerika-Import dauert es wohl (hoffentlich) noch etwas, bis er Weihnachten und Ostern den Rang abgelaufen hat. Neben Hamburg gegen Gladbach und Köln gegen Hannover auch am Samstag Nachmittag Nürnberg gegen Bremen. Hier gibt’s aber wohl Saures als Süßes für die Clubberer. Am Halloween Abend passt natürlich dann auch wirklich nur Schalke gegen Leverkusen. Während man den Gelsenkirchenern ohnehin das Gefühl hat, dass die da alle seit Jahren eine Kostümparty feiern (Rafinha als Giftzwerg, Bordon als Apachenhäuptling, Neuer als Junge von der Kinder-Schokolade, Kuranyi als Nationalspieler etc.pp.), sitzt bei Bayer das Ur-Modell des ausgeschnitzten Kürbisses auf der Bank: Wenn bei Osram Heynckes die Lichter angehen, dann ist ein Unterschied kaum noch zu erkennen.

Allerdings noch ein bisschen spektakulärer als Don Jupp als Kürbis ist der Südgipfel, der am Samstag Nachmittag in Stuttgart steigt. Der große FC Bayern kommt ins Gottlieb-Daimler-Stadion und fordert Babbels VfB. Was gab es hier für legendäre Duelle? Doch die Gegenwart sieht mau aus. Im eigenen Stadion wird Torwart-Zombie Lehmann zwar eher keine trick-AND-treat-Einlage von Minderjährigen erwarten, aber ob’s hilft? Während auf Seiten der Schwaben im Moment auch insgesamt der Wurm drin ist und der Rauswurf vom Trainer eher aufgeschoben als aufgehoben ist, herrscht bei den Münchenern derzeit Partystimmung. Auch hier die Kostüme weitestgehend klar: Ribery geht wieder als fellmützentragender Ghettorapper und battlerapt die ganze Haupttribüne nieder, Toni geht als lamentierender Jammerlappen und Gomez geht als Bankdrücker, der viel lieber regelmäßig für Stuttgart spielen und treffen würde. Und alle werden sie ihre Rolle mit Bravour spielen…

Der Sonntag dann wie im echten Leben: Nach der Riesenparty am Samstag trostlose Katerstimmung. Morgens (15.30 Uhr) Freiburg gegen Hoffenheim, gerade noch so erträglich, danach bekommt der Hangover einen Namen: Frankfurt vs. Bochum. In diesem Sinne, ein fröhliches Halloween-Wochenende.

(Bild: flickr.com / 416style)

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