Über die Bremer Brücke musst Du gehen

bremer-brueckeDas Achtelfinale des Pokals hat gestern begonnen und knüpft nahtlos an die unterhaltsamen Vorrunden an. Das lässt sich auch nicht mehr mit abgedroschenen Pokalweisheiten, wie etwa „Pokalstund hat Gold im Mund“, erklären, da geschehen mirakulöse Dinge. Bei den vier Partien des gestrigen Abends schaffte es nur ein Bundesligist ins Viertelfinale, zwei mussten die Segel streichen. Dazu kommt noch der FC Augsburg, der bei seinem 5:0-Erfolg die Puppen ordentlich tanzen ließ. Das ist der bisher größte Vereinserfolg und in dieser Verfassung kann man sicher noch einiges in Liga und Pokal erreichen.

Der absolute Knaller war ohne Frage der Sieg der Joe-Enochs-Traditionself aus Osnabrück über den BVB. Italo-Hesse Barletta besorgte die zwei Tore zur 2:0-Halbzeitführung. Beim 1:0 zeigte der gelernte Abwehrspieler, dass er denselben Stammverein wie Rudi Völler hat und netzte sehenswert per Fallrückzieher ein. Spätestens nach dem 3:1 in der 69. Minute flog dann ordentlich die Kuh im Stadion an der Bremer Brücke. Der Deutsche Meister von 1968 (Tischtennis) steht damit als Drittligist im Viertelfinale und kann bis Berlin sein Heimrecht ausnutzen.

Ausgeschieden ist dagegen der VfB Stuttgart. Die Balljungen verhielten sich diesmal einigermaßen ruhig, trotzdem gab es wieder nur ein 0:1. Freuen über diesen Sieg tun sich die „Kleeblätter“ aus Fürth. Die Franken hoffen nun auf eine erfolgreiche Pokalsaison, denn in der Liga ist ja bekanntlich maximal Platz 4 drin. Nun begibt man sich doch lieber auf die glorreichen Spuren der TSV Vestenbergsgreuth, die 1994 die Bayern aus dem Wettbewerb eliminierte. Bei Bayern spielte damals übrigens ein gewisser Markus Babbel. Endstation Playmobilstadion?

Auch heute abend riecht es wieder nach Bier, Sieg und Sensation. Beim Otto-Rehhagel-Derby empfängt der SV Werder Bremen den 1. FC Kaiserslautern. Bei den Hanseaten fehlt Claudio „el conquistador“ Pizarro und damit der Torgarant schlechthin. Die Chance für die Pfälzer? Bei denen fehlt allerdings mit Ivo Ilicevic auch ein Leistungsträger. Also alles offen. Spannung auch in Sinsheim, wo die Hoffenheimer mit ihrem Neunationalspieler Carlos Eduardo die TuS aus Koblenz empfangen. Bei den Koblenzern stehen zwar formal mit Melinho und Everson auch zwei Brasilianer unter Vertrag, aber da muss es sich um einen Irrtum handeln, denn deren Spielweise ist ungefähr so brasilianisch wie ein Gartenzwerg. Für Tore könnte eher das finnische Sturmgebäck Shefki Kuqi sorgen, der am Wochenende Fürth abschoss. Zeit für den nächsten Streich.

(Bild: Graaf / wikimedia commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.