Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi hat sich ein neues Haarteil zugelegt. Statt lang und schmierig sieht es jetzt auf dem Kopf des Multinationalen, nun ja: kurz und schmierig aus. Mit der neuen Matte traf der ehemalige Nicht-WM-Fahrer immerhin zwei Mal gegen Hamburg. Mauertaktik macht den Udo-Walz-Check.
Es gibt viele Gründe, Kevin Kuranyi nicht zu mögen. Einer davon ist, dass der gebürtige Brasilianer für die gebürtigen Unsympathen von Schalke 04 spielt. Außerdem haftet Kuranyi irgendwie schon immer ein Stolper-Hüftsteif-Image an. Dabei trifft das Sprachgenie („th“ in reinstem Oxford-Englisch) nun schon im achten Jahr in der Bundesliga in steter Regelmäßigkeit.
In jedem Jahr schoss „KevKu“, wie der Scharfschütze sich bei WoW nennt, mindestens zehn, höchstens 15 Tore. Vielleicht ist das ein Problem. Kein einziges Traumjahr à la Gomez, Grafite oder Ailton, nicht mal eine Traumhinrunde à la Ibisevic. Kein Wunder, dass der Glamour fehlt. Nicht mal kulinarisch kann man den gelebten Multikultitraum eindeutig verorten. Caipi, Panamahut, Spätzle, dazu ein bisschen Gulaschkanone – wem dreht sich da nicht der Magen um!
Nun also ein äußerlicher Imagewandel. Traditionell sah das, was dem Altinternationalen am Schädel klebte, immer aus wie ein Büschel Seetang nach einer Ölkatastrophe. Dazu garnierte ein Aufklebbärtchen, das irgendwo zwischen Latinotänzer, Peacezeichen und Ali G. rangierte, Kuranyis Kinn. Vorweg: Das Ding ist noch (wieder) dran. Dem Gojko-Mitic-Skalp ist zwar eine gewachste Fönfrisur gewichen, doch summa summarum passt Kuranyis Äußeres zu seiner Spielweise immer noch so wie Liebenswürdigkeit zu Rafinha. Statt mal eine Saison mit 35 Toren einzuschieben, stolpert und hadert sich Schalkes Stürmer mit dem Aufblas-Ego durch die gegnerische Hälfte.
Da weiß auch Mauertaktik-Coiffeur Udo Walz nicht weiter. Er verweigerte auf Nachfrage jede Hilfestellung.
Bild: Flickr / Erlan
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