Die Hertha-Show

herthafreundinIn der Tristesse gefangen. In Nürnberg mit 0:3 verloren. Keine Aussicht auf baldige Besserung. Kein gerade leichtes Programm vor der Brust. Wars das? Mitnichten! In Berlin laufen die Think Tanks der Hauptstadt gerade heiß im Kampf um die ultimative Comeback-Strategie. Mauertaktik mischt da kräftig mit und sucht nach der innovativsten und radikalsten Lösung. Es muss ein Ruck durch Hertha gehen. Hier sind die ersten Denkansätze.

Michael Preetz macht als Manager sicher einen guten Job. Allerdings scheint er die Situation, besonders in finanzieller Hinsicht, etwas zu realistisch zu sehen. Seine nüchterne und der Situation angemessene Art wirkt zur Zeit etwas deprimierend, was natürlich kontraproduktiv ist. In Anbetracht der Tatsache, dass es eigentlich auch Verschwendung ist eine Ikone wie Micha Preetz in der derzeitigen Situation zu verheizen, sollte er möglichst schnell in den Aufsichtsrat „hochgelobt“ werden. Wir brauchen einen Macher, der nie um einen platten Spruch verlegen ist und unrealistische Ziele auslobt. Und wenn ich jetzt sage: eine Mischung aus Donald Trump und Ottfried Fischer, weiß jeder wer gemeint ist: (Iron) Calli. Der Kultmanager und Gewinner der „goldenen Schlemmerente“ (2007) wird die Berliner Medien das Fürchten lehren. Der „Big Boss“ ist zurück.

Die Verpflichtung von Friedhelm Funkel war ja an sich auch eine gute Idee, aber passt dann auch nicht mehr so recht ins Konzept. Calli wird da schon jemanden passendes ausgraben. Ideal wäre natürlich Dragoslav Stepanović, wie Kollege Nuta bereits am Samstag vorschlug. Der wurde von Calli bereits 1993 zu Leverkusen geholt und könnte nun mit Trenchcoat und Zigarrillo wieder auf der Trainerbank Platz nehmen. Der zuletzt bei FK Čukarički Stankom tätige Serbe wäre sicher eine Bereicherung für jede Pressekonferenz und hätte auch für das schlimmste Szenario bereits den passenden Spruch parat: „Lebbe geht weider!“

Die größte Herausforderung folgt dann in der Winterpause. Wie an neue Spieler kommen? Das ganze müsste man groß und medienwirksam aufziehen. „Popstars“ und „Borussia Banana“ waren gestern, jetzt kommt die Hertha-Show! Der derzeitige Kader müsste in einer Art Castingshow gegen andere Bewerber antreten. Aufgrund der klammen finanziellen Situation könnte man da gut vertraglose Spieler, aber auch ehemalige Kultspieler einbinden. Ansgar Brinkmann zum Beispiel hat zwar in diesem Jahr bereits sein Abschiedsspiel bestritten, aber im Rahmen dieses Formats könnte er nochmal für (mindestens) ein halbes Jahr Bundesliga spielen. Hertha-Legende Axel Kruse wäre sicher auch für einen Kurzeinsatz zu haben. Der dramatische Höhepunkt der Show wird dann die letzte Folge sein, wenn das Geheimnis um einen mysteriösen Neuzugang gelüftet wird: Kai Pflaume moderiert das Event, in dem nur die Hertha zählt: Aus dem Shownebel tritt eine Lichtgestalt hervor – Pante ist zurück! Eine erste Umarmung mit Steppi.

Der Klassenerhalt ist damit nur noch Formsache. Trotzdem könnte man einige der Herthaspieler, zumindest diejenigen, die um einen neuen Vertrag „kämpfen“, in der Rückrunde zusammen in einem Container wohnen lassen. Die „Hertha-WG“ wird sich dann gegenseitig zu Spitzenleistungen antreiben, denn es gilt natürlich hier das Highlander-Prinzip: Es kann nur einen geben! Rufen sie jetzt an!

(Bild: flickr.com / cberetta unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.