Moskau, Moskau…

marx-lenin

Morgen steigt das Spiel des Jahres für die DFB-Auswahl. Statt plumpe Weltkriegsvergleiche zu ziehen, die ja sowieso nur ein Ergebnis haben können, analysiert Mauertaktik lieber detailliert die Chancen von Ballack und Co., gegen den Russen zu bestehen.

Boden

Die K-Frage bewegte monatelang die Blätter im deutschen Wald. Kunstrasen, Nachteil, egal – oder sogar Vorteil für uns?? Das unnatürliche Grün befördere die technisch starken Spieler, hieß es zuletzt. Klarer Vorteil Deutschland also! Die Zeiten des Rumpelfußballs sind seit mindestens 64 Jahren vorbei, statt einer Einheit deutscher Panzer rollt am morgigen Samstag im Lushniki-Stadion eine Multikulti-Truppe aufs Geläuf, die den Spielwitz mit der Muttermilch aufgesogen hat. Punkt für Schland.

Leader

Die Sprachwahl bei der Überschrift ist wohlüberlegt, um überhaupt keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Doch kommen wir zum eigentlichen: Die Wade der Nation ist fit. Mopsfidel möchte man sagen. Dass Capitano Ballack das Ruder selbst bei schwerstem Seegang fest in der Hand hat, bewies er nicht zuletzt 2001 in den Play-Offs gegen die Ukraine. Allen Vorurteilen zum Trotz: Wenn’s (ein bisschen) drauf ankommt, ist der Michi zur Stelle. Bei der „Sbornaja“ dagegen: Sergey Semak. Sergey wer?? Sowasvon Punkt für Schland.

Stürmer

Ja gut, Andrej Arshavin spielt in der besten Liga der Welt, noch dazu bei einem der besten Klubs in besagter Liga. OK, Arshavin schoss das Tor im Hinspiel. Aber abgesehen davon stellt sich die Frage: Was hat Arshavin je für den Weltfußball getan? Eben. Nehmen wir dagegen die deutsche Angriffsreihe, die aus reiner Verschleierungstaktik von der deutschen Presse zuletzt aus der Form geschrieben wurde. Klöschen: Zehn WM-Tore. Noch Fragen? Poldi: Sommermärchen, Alter! Gomez: Hat auch schon mal bei einer EM gespielt. Wer hier noch zweifelt, ist reif für die Klapse. Riesenpunkt für Schland.

Trainer

Mal ehrlich und ganz ohne homoerotischen Unterton: Von wem würden Sie lieber trainiert werden? Von einem drahtigen Beau mit Stahlblick, Schal-Faible und taillierten Hemden – oder von einem untersetzten Holländer, der aussieht wie ein ARAG-Vertreter aus Lippstadt? Genau richtig entschieden! Und exakt deswegen setzt sich Deutschland nicht nur im Mauertaktik-Herz-und-Nieren-Test sondern auch im Lushniki-Stadion mit einem klaren 4:0 durch. Südafrika, wir kommen!

Bild: Flickr / True_Russian_Vodka

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.