The Hertha They Fall

Es fing ganz ordentlich an. Und ging dann ganz ordentlich peinlich weiter. Herthas Zirkusnummer ging gründlich in die Hose. Ein Rückblick.

Es sollte ein gelungener Herbstnachmittag werden. Die Blätter hatten sich verkleidet, der Wind pfiff durchs Olympiastadion, dass es eine wahre Freude war, und die Mannschaft von Hertha BSC hatte eine neue Nummer einstudiert. Nachdem der derzeit erste Torwart Timo Ochs an 40 Grad Lampenfieber gescheitert war, kam Ersatzmann Burchert, der Köpfchen beweisen sollte, wie es der mannschaftsinterne Spaßbeschluss vorsah.

Mit Aktionen, die Leuten wie René Higuita oder José Luis Chilavert zur Ehre gereichen, sollte der Berliner Anhang begeistert und zugleich versöhnt werden. Burchert erledigte seinen Part bravourös, als er zwei Mal wie ein Löwe durch einen brennenden Reifen aus seinem Strafraum hechtete und die anfliegenden Bälle per Kopf nach vorne torpedierte. Nur Abwehrmann Kaka war nicht in Funkels Sarrasani-Schlachtplan eingeweiht und machte alles zunichte.

Statt beim ersten Tor Burchert den Kopfball zu überlassen, netzte er selbst ein. Beim zweiten und dritten Gegentreffer hätte der Brasilianer auf der Linie per Hackentrick klären sollen, vermasselte aber seinen Auftritt gründlich. Statt begeisterndem Showprogramm bot das Team also wieder einmal Fußballdünnpfiff allerfiesester Konsistenz. Doch Funkel wäre nicht Feuerlöscher, wenn er nicht gleich Plan B im Bart hätte.

Der routinierte Firefighter fing bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff an, seinen traumatisierten Schäfchen Honig in die Wolle zu schmieren. Zu diesem Zweck verstieg sich der Berliner Neutrainer zu der Aussage: „Alles in allem war das OK.“ Mit der umgekehrten Psychologie von Tschaka-Legende Funkel ist der Himmel nun die Grenze. Der Rückstand auf Rang 5 beträgt nur elf Punkte. Morgen ist heute schon gestern.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

4 Gedanken zu „The Hertha They Fall“

Kommentare sind geschlossen.