Da kriegt man ja die Krise

screamDer Pokal brachte einiges an überraschenden Ergebnissen. Die Bundesligavertreter taten sich fast alle äußerst schwer und purzelten im Endeffekt dann auch reihenweise aus dem Wettbewerb. Dies sorgt natürlich dafür, dass die Stimmung bei vielen Fans und Verantwortlichen im emotionalen Tabellenkeller angekommen ist. Das Krisengespenst geht um, aber wie lässt es sich wieder vertreiben?

Der VfB Stuttgart konnte die Partie in Lübeck in der Verlängerung noch rumreissen. Und das auch ohne Jens Lehmann, der ja den Rasen gegen die Wiese eingetauscht hatte. Aber auch in der Bundesliga läuft es ja derzeit nicht so prall. Mit fünf Punkten aus sechs Spielen hält man sich in Schlagdistanz der Abstiegszone auf. Jetzt will man Ruhe in den Kader bringen um die Wende in Frankfurt zu schaffen. Genau falsch! Man muss das Potential für Eskapaden und Wahnwitz im Kader weiter ausbauen um auch die eigene Genialität wiederzuentdecken. Eine richtige Maßnahme wäre daher neben der Entlassung von Strickjackenträger Babbel die Verpflichtung von Lady Gaga oder Nina Hagen als Torwarttrainerin. Auch Rat Pack-Legende und Leistungsträger Sami Khedira Jr. hätte seinen Torwart mit zum Charity-Besäufnis begleiten sollen, aber vielleicht geht ja nächste Woche noch was auf den Wasen.

Die spannendste Geschichte in dieser Pokalspielrunde wurde sicher an der Bremer Brücke geschrieben, wo die Osnabrücker noch lange nach Schlusspfiff mit Töppi in der Kabine feierten. Der HSV ist zwar immer noch aktueller Spitzenreiter in der BuLi, aber hier läuft es zur Zeit auch nicht so rund wie der bloße Tabellenstand vermuten lässt. Es begann mit der 0:3-Klatsche im Ernst-Happel-Stadion, als die Rapidler die Löcher in der HSV-Abwehr mit dem ein oder anderen Lochpass aufzeigten. Aber der Unterschied zum gelungenen Saisonauftakt liegt offensichtlich auch in der Verletzung von Paolo „Paul“ Guerrero. Sein Ausfall konnte bislang nicht richtig kompensiert werden, der Berg ist bei seinen Startelfauftritten bislang weder zum Torerfolg gekommen, noch andersherum. Aber kann man jetzt noch so kurzfristig einen Coup auf dem Transfermarkt landen? Die Bayern warten bereits morgen. Die logische Konsequenz wäre eine „interne Lösung“: Labbadia gibt sein Comeback in der Sturmspitze, unterstützen könnte ihn Aufsichtsratsmitglied Sergej Barbarez.

Die Krise in Berlin ist hingegen nicht mehr zu verleugnen. Der letzte Platz in der Liga und das Pokal-Aus sind eine ernüchternde Zwischenbilanz. Am Mittwoch begann das Unglück mit einem Eigentor des Neuzugangs von Lönneberga IF. Man konnte nicht mal eine Suppenschüssel auf seinem Kopf entdecken, trotzdem bugsierte Bengtsson den Ball ins eigene Tor. Da muss er jetzt wohl erstmal ein paar Holzmännchen schnitzen. Gestern erfolgte dann die erste Reaktion des Managements: Ex-Bulle Ochs ist neu im Stall. Und er soll gleich in Sinsheim die Kiste sauber halten, denn immerhin hat Hertha gegen Hoffenheim in der gesamten Bundesligageschichte noch kein Tor kassiert. Sollte man diese Serie halten können, ist ein 0:0 möglich. Und bei den Angreifern würde ich vorschlagen, dass Herr Wichniarek für die wichtigen Spiele gegen den ZFC Meuselwitz oder den VFC Plauen an Hertha II abgestellt wird, dann klappt es auch vorne.

(Foto: flickr.com / Claus Rebler unter creative commmons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.