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Die Clowns in der Kiste

23. September 2009 · Fränck von Schleck · 4 Kommentare ·

torhueter-kurios

Jens Lehmann ist für die heutige Pokalpartie suspendiert, nur weil er in seiner Freizeit eine alberne Verkleidung spazieren trug. Aber: Torhüter hatten schon immer einen an der Klatsche. Der historische Mauertaktik-Beweis…

Von Kahn bis Ravelli

Kahn und Lehmann kämpften jahrelang nicht nur um den Stammplatz im deutschen Tor, sondern maßen sich auch auf vielen anderen Schlachtfeldern. Lehmann köpfte in letzter Minute den Ausgleich im Derby, Kahn scheiterte beim Versuch, es ihm gleichzutun, am Regelwerk. Kahn brüllte, Lehmann keilte aus, etc. Der Stuttgarter kann selbst nach dem Rücktritt des Titanen nicht runterschalten, schmeißt Schuhe übers Feld, maßregelt Stürmer mit erhobenem Finger und „sagt Wörter“. Ein ganz normaler Torwart eben.

Die Sternstunde der behandschuhten Zunft war die WM 1994 in den USA. Schwedens Keeper Thomas Ravelli hüpfte nach Torschüssen gerne im Stechschritt mit Harlekin-Grimasse durch den Fünfer, hielt ansonsten wie eine nordische Gottheit, brachte ganz Rumänien um den Verstand und erreichte mit den „Tre Kronor“ einen großartigen dritten Platz. Auch Belgien hatte in Michel Preud’homme einen Weltklassekeeper. Der Mann mit der Mark-Knopfler-Gedenkfrisur wuchs in der Vorrunde über seine Korkenzieherlocken hinaus und konnte von der deutschen Elf nur bezwungen werden, weil Klinsi ihm früh in der Partie den Wasservorrat wegballerte.

Den Paradiesvogel ab schoss aber der kleinste unter den damaligen WM-Tormännern. Millionen Fernsehzuschauer schraubten vergeblich an ihren Endgerät, wenn die mexikanische Mannschaft auf den Platz lief. Denn mit was die kleinste Maus von Mexiko ihren Kinderkörper bedeckte, sprengte jegliche Farbskala. In seinem selbstgeschneiderten Mix aus Neon, Pink, Hellgrün und zahlreichen weiteren bis dato unbekannten Tönen wäre Mexikos Keeper Jorge Campos selbst auf den verstrahltesten Technofeten der neunziger Jahre ein absoluter Hingucker gewesen. Auch sonst ließ sich Campos nicht lumpen und machte während des Turniers in Amerika mehr Faxen als Krusty der Klown in einer kompletten Simpsons-Staffel.

Slapstick-Talentschmiede England

England aber ist unerreicht in der Fabrikation von Torhütern mit Slapstick-Format. Da Bier und Fleischpastete auf der Insel gleich warm und wohlschmeckend sind, haben die englischen Schlussmänner traditionell ein paar Pfund zu viel auf den Rippen. Außerdem erfand man jenseits des Kanals bekanntlich nicht nur den Fußball sondern auch den Ulk. Daraus resultieren tolle Einlagen aus der Rubrik „nasser Sack“. Peter Shilton plumpste im Halbfinale 1990 ebenso ungalant mit dem Leder in die Maschen wie sein Nachfolger David Seaman zwölf Jahre später mit Ronaldinhos 30-Meter-Bogenlampenfreistoß. Das Publikum amüsierte sich köstlich, die englische Öffentlichkeit fand’s dagegen meist mäßig lustig.

Bild: Flickr / Ed Yourdon

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Kategorie: Lederne Legenden

4 Kommentare

  • 1 Ritschie Kampuntschinski // 23. Sep 2009 um 11:04 Uhr

    Auch hier möchte ich auf das legendäre Wonti Video verweisen:
    Klaus Lindenberger als so genannter Torwart der österreichischen “Fußballmannschaft”…, sowie Rene Higuita aus Kolumbien, die hier sicherlich fehlen in der Aufzählung großer Torhüter. Oder auch der fliegende Holländer Hans van Breukelen!

  • 2 Fränck von Schleck // 23. Sep 2009 um 12:09 Uhr

    Weitere Folgen müssen natürlich kommen. Könnte ne klasse Serie werden…

  • 3 Thor Waterschei // 23. Sep 2009 um 20:28 Uhr

    Und “Mr. Minipli” und “Einwurftorkassierer” Jean-Marie Pfaff darf dann nicht fehlen…;-)

  • 4 Soccer Outlet » Blog Archive » Yankee Stadium – Monument Park – Babe Ruth Monument // 23. Dez 2010 um 2:30 Uhr

    [...] Note: this photo was published in a Sep 23, 2009 blog titled "Die Clowns in der Kiste." [...]

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