Flattermänner und lahme Enten

enteDer sechste Spieltag setzte wenig spielerische Glanzlichter, bei denen man versucht gewesen wäre mit der Zunge zu schnalzen. Vielmehr sorgten einige Spieler für kleine Einlagen aus dem Bereich Slapstick. Insbesondere die Torleute erwischten nicht den besten Spieltag. Höhepunkt hierbei war sicher der Ausflug von Jens Lehmann zur Mittellinie. Dort sollte er nicht etwa in Eishockeymanier gegen einen Feldspieler ausgetauscht werden, sondern versuchte an den Ball zu kommen. Es begann dann mit einer Brustannahme, die aber direkt zur Vorlage für die Kölner wurde. Blöd gelaufen!

Werfen wir aber einen Blick auf die anderen Gesichter des Spieltags. Da gab es nämlich auch ein recht spektakuläres Tor zu bestaunen. Sejad Salihovic stritt sich noch mit Schiedsrichterassistent Mike Pickel über den genauen Tatort für einen Freistoß. Dieser wurde dann fast auf die Torauslinie verlegt, was Salihovic allerdings nicht daran hinderte den Ball direkt aufs Tor zu bringen. Bailly streckte sich dann etwas für die Galerie, während der Ball direkt an ihm vorbeisegelte. Fast schon eine Steigerung der Mario-Basler-Gedenk-Direktecke. Was kommt als nächstes? Nur schwer sich hier etwas vorzustellen, wo man seit der letzten Saison ja in der Bundesliga auch Tore mit Grätschen im Mittelkreis erzielen kann.

In Bochum zeigte sich die neue Offensive des FSV Mainz in Torlaune. Und dies auch mit seinen neuen Gesichtern. Super-Ösi Ivanschitz und Frauenheld Bancé kannte man ja schon, aber nun trumpfte André Schürrle auf. Der A-Jugend-Meister scheint sich schon etabliert zu haben. Auch eine strategische Frage den Teenie in die Mannschaft einzubauen: So können die Zahnspangenfans an Verein und Fanshop gebunden werden. Vielleicht nimmt er ja demnächst mal eine „Hip-Hop-Platte“ auf, würde sicher „supi“ ankommen.

Ein schlimmer Verdacht kam gestern beim Spiel der Hertha gegen Freiburg im Olympiastadion auf: Hat Neuzugang Rasmus Bengtsson Probleme mit der Mafia? Oder warum er hatte er sonst Schuhe aus Beton an? Seine Zweikampfstatistik war gar nicht so schlecht, was aber wahrscheinlich daran lag, dass er aufgrund seiner „Schnelligkeit“ nie in einen verwickelt wurde. Es gilt das alte schwedische Sprichwort: „Ein junger Mann ist kein D-Zug.“ Aber es wäre sicher falsch alles am jungen Mann aus Malmö festzumachen. Es war eine beeindruckend geschlossene Katastrophenleistung der ganzen Mannschaft. Vielleicht mit Ausnahme von Fußballfeingeist Patrice Ébert.

Fast unbemerkt blieb der Auftritt von Luca Toni. Der „Weltmeister“ stand in der Startelf – beim Dritt-Liga-Kick gegen Jahn Regensburg. Am Ende stand ein 0:5 auf der Anzeigetafel. Jahn Regensburg war der erwartet übermächtige Gegner. Höhepunkt für Toni war die Gelbe Karte in der 33. Minute. In der zweiten Hälfte wurde er dann „geschont“. Vielleicht wird er ja auch bald in der zweiten Mannschaft von Mario Gomez ersetzt.

(Bild: flickr.com / fischerhuder unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.