Wer darf am Ende mit Zakumi knuddeln?

Zakumi privat
Zakumi privat

Die WM-Qualifikation geht in die entscheidende Phase. Es wurde bereits viel über mögliche tragische Figuren resp. Nationen gesprochen, die die Qualifikation verpassen könnten. Portugal, der Türkei, der Tschechischen Republik und auch Argentinien geht ordentlich die Muffe. Aber ist nicht die interessantere Frage, wer die sträflich freigelassenen Plätze stattdessen einnehmen könnte? Zumindest die südafrikanische Flaggenindustrie dürfte gespannt, welche neuartigen Modelle sie für den Sommer nachbestellen müssen.

Fakten wurden in Asien auch dieses Mal wieder früher geschaffen, so dass Nordkorea schon als Teilnehmer feststeht. Für das ostasiatische Land ist es die zweite Teilnahme nach 1966, wo man freundlicherweise Italien aus dem Turnier entfernte. Seit dem war sportlich aber nicht viel los, der größte Erfolg war noch die Finalteilnahme beim Achse-des-Bösen-Pokal 2003. Vielleicht kann man ja nächstes Jahr den flotten Auftritt von 1966 wiederholen, wo man schließlich im Viertelfinale nach 3:0-Führung noch 3:5 gegen Portugal verlor. Man muss sich nur einen neuen Partner für einen solchen Kick suchen, die Portugiesen sind ja, wie gesagt, womöglich „verhindert“.

Auf der europäischen Bühne drängen in Gruppe 3 gleich mehrere Mannschaften ins Rampenlicht, die nicht jeder auf dem Zettel hatte. Shootingstar ist hier vor allem die Slowakei, wo bis letztes Jahr noch Torphantom Marek Mintal stürmte. Statt dem fränkischen Peter Parker stürmen dort nun andere alte Bekannte wie Stanislav „Stani“ Sestak oder Erik „Erich“ Jendrisek. Ebenfalls in dieser Gruppe stehen auch die Nordiren noch mit durchaus passablen Chancen da. Sollten die letzten beiden Spiele gewonnen werden, könnte das George-Best-Land nach zuletzt 1986 mal wieder zur Endrunde reisen. Hoffen wir, dass die Jungs das Spiel in der Zwischenzeit nicht verlernt haben und nicht in alter Gaelic Football – Tradition nach einem Schuss übers Tor jubelnd abdrehen.

Ebenfalls eine Rückkehr könnte in Gruppe 1 Ungarn feiern. Die „Pusztasöhne“ müssten aber schon den „siebten oder zwölften Gang aufdrehen“ um nicht noch von Schweden oder Portugal abgefangen zu werden. Sollte es Ungarn aber schaffen, dann könnte am 11.7.10 aus der Soccer-City folgendes berichtet werden: „Huszti, immer wieder Huszti, der linke Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schweini. Schweini nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Ballack schießen – Ballack schießt – Tooooor!“

In Südamerika hat „La Roja“ aus Chile beste Chancen auf ein Ticket nach Südafrika. Nach zwölfjähriger Durststrecke ist der Generationswechsel beim Gastgeber von 1962 abgeschlossen. Marcelo „El Matador“ Salas und Ivan „Bam Bam“ Zamorano wurden in Rente geschickt. Es hat eine (natürlich goldene) Generation übernommen, die bei der Junioren-WM 2007 bereits für Furore sorgte. Schlüsselspieler sind die ehemaligen Colo-Colo-Akteure Arturo „Atze“ Vidal und Matias „Matze“ Fernandez. Hoffen wir also, das lustige Duo bei der WM wiederzusehen.

(Bild: wikimedia commons / U.S. Fish and Wildlife Service )

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.