Die WM kommt. Höchste Zeit, dass die südafrikanische Mannschaft hierzulande vorstellig wird. Zwar hätten die deutschen Kicker mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bereits früher das Vergnügen haben können, wenn man sich für den Confederations Cup qualifiziert hätte, aber da ließ man bekanntlich lieber Spanien den Vortritt. Die Gründe dafür sind nach über einem Jahr immer noch nicht geklärt, aber vermutlich ist die EU schuld. Nun ist die Bafana bafana also zu Gast in Leverkusen. Höchste Zeit die Mannschaft näher kennenzulernen.
Trainer ist der Brasilianer Joel Santana. Die südafrikanische Equipe ist die 27. (siebenundzwanzigste) Trainerstation der Gitarrenlegende. Nach seinem Auftritt in Bethel 1969 war er im heimischen Brasilien als Spieler aktiv, bevor er als Fußballlehrer nach Arabien ging. Nach sehr vielen Stationen in Brasilien hatte der Wandervogel unter anderem auch einen Auftritt in der zweiten japanischen Liga. Da lief es nicht so knorke, trotzdem ist er nun der Auserwählte um Südafrika zuhause zum Titel zu führen. Man wird sehen, ob er bis nächstes Jahr bleiben kann.
In der Abwehr spielt der Kapitän der Mannschaft, Aaron Mokoena. Diesen Spieler, der in der Jugend auch ein Jahr in Leverkusen spielte, zeichnen vor allem eine rustikale Spielweise und eher bescheidene technische Fähigkeiten aus. So konnte er sich, in der glorreichen Tradition von Vinnie Jones und Uli Borowka, ebenfalls den Spitznamen „die Axt“ erwerben. Es stellt sich also die spannende Frage, an welchen Mittelfuß im DFB-Team die Axt morgen angesetzt wird. Bahnt sich da eine Vorentscheidung im Kapf um die Stammplätze im Bayernsturm an?
Im Tor steht morgen ausnahmsweise Rowen „Spider“ Fernandez. Der Mann, den man aus Bielefeld kennt (wenn man Anfang 2008 gut aufgepasst hat), kam 2007 von der Garage-Rock-Band Kaizer Chiefs zur Arminia. Zur Zeit ist er auf der Alm nur Nummer Zwei hinter „Bieleheld“ Eilhoff und auch in der Nationalmanschaft ist er der „Herausforderer“. Aber gerade in Deutschland weiß man, dass diese Position vor der WM im eigenen Land keine schlechte ist. Aber wer steckt ihm vor dem Elfmeterschießen den Zettel zu?
Die eigentliche Baustelle bei den Bafana-Boys gibt es aber im Sturm. Dort wird zur Zeit Rekordtorschütze Benni McCarthy von Trainer Santana nicht berücksichtigt. Grund dafür sind die Starallüren des Stars. Der Kommunistenjäger vergangener Tage kickt inzwischen für die Blackburn Rovers auf der Insel. Die Sturmkonkurrenten Katlego Mphela und Bernard Parker zeigten beim Konföderationenpokal zwar teilweise recht ansprechende Leistungen, aber es dürfte jedem klar sein, dass man nur schwerlich auf den Champions-League-Sieger von 2004 verzichten kann. Aber vor großen Turnieren finden ja regelmäßig mirakulöse Comebacks statt, so dass man mit einer weiteren McCarthy-Ära rechnen darf.
(Bild: flickr.com / WireLizard unter creative commons)
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3 Kommentare
1 Hugo Gettmann // 4. Sep 2009 um 14:29 Uhr
Naja, ich finde wenn man nichts zu verlieren hat – so wie Südafrika -, dann kann man ja befreit aufspielen und meistens sind das ja dann auch die Spiele, wo man dann sensationell gut spielt und dem großen Gegner ein Bein stellt. – Zumal Südafrika eh mit Wut im Bauch gegen Deutschland antreten wird. Ganz recht, Wut im Bauch! Wieso? Nun, an der Mattscheibe haben die Südafrikaner unsere herrliche WM im Jahr 2006 verfolgt, die tollen Fans, die Menschenmengen, die tollen Stadien und damit verbunden die Atmosphäre in den Stadien.
Wie kommt man sich da als südafrikanischer Spieler vor, wenn man in Leverkusen einläuft??? “Ah toll, die sehen uns nur als Trainingspartner, – oder wieso spielen wir hier auf dem Trainingsgelände?” – Kann ja (bis auf “die Axt” und Fernandez) keiner wissen, dass es sich in Leverkusen um ein echtes Bundesligastadion handelt.
2 Franco Persico // 4. Sep 2009 um 15:50 Uhr
Ein weiterer Grund für Wut im Bauch ist natürlich, dass Deutschland die WM 2006 den Südafrikanern nur mit Hilfe der Titanic wegschnappen konnte. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Martin Sonneborn & co!
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