T-Frage: Tafelamt schlägt Solarium

monster
Wer wird Deutschlands nächstes Tormonster - Enke oder Wiese (re.)?

Die Entscheidung um die neue deutsche Nummer eins scheint gefallen, Jogi „Joachim“ Löw sprach ein Machtwort und entschied sich für Robert Enke und gegen Tim Wiese. Keine einfache Entscheidung, schließlich kann davon der WM-Titel 2010 abhängen. Hält des Bundestrainers Urteil dem Mauertaktik-Test stand?

Einen wirklichen Vierkampf um den Platz an der Sonne resp. zwischen den Pfosten gab es eigentlich nie wirklich. Es war klar, dass Jungfedervieh Adler und Kinderschokoladen-Model Neuer bei der WM 2010 noch keine große Rolle im deutschen Kasten spielen – noch nicht wohlgemerkt. Es ging natürlich um Frage Enke oder Wiese, rot oder grün, Abi oder Solarium! Das wussten alle, nur eben nicht die beiden Talente. Aber die sind ja auch noch jung. Tat der Bundestrainer also gut daran, Enke den Vorzug zu geben? Schauen wir uns doch beide einmal genauer an.

Robert Enke, 32, Stammtorhüter von Hannover 96 auf der einen Seite, Tim Wiese, 28, Stammtorhüter beim SV Werder Bremen. Während der in Jena geborene Enke neben dem Kapitäns- auch das Tafelamt bei den Roten innehat, überzeugt der Rheinländer Timbo eher als Ulknudel der Wesertruppe: Lustige Trikots, alberne Frisuren, drollige Einlagen (z.B. 2006 gegen Juventus Turin) – es gibt eigentlich nichts, was der Pomadenfan noch nicht gezeigt hat. Wenn an der alten Binsenweisheit, dass alle Torhüter irgendwie eine Macke haben, auch nur ein Hauch Wahrheit dran ist, dann geht der Punkt hier haushoch an den schönen Tim.

Doch auf dem Platz sind ja vielleicht andere Dinge entscheidend. Auf der Linie jedenfalls sind beide ganz stark, mit sensationellen Reflexen gesegnet. Der eine zeigt sie aufgrund seiner Teamwahl in der Regel samstags gegen Angelos Charisteas, Diego Klimowicz oder Artur Wichniarek, der andere hält auch manchmal unter der Woche einen Schuss von Samuel Eto’o, Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Auf jeden Fall fühlen sich beide auch im Strafraum pudelwohl. Während Wiese sich allerdings nicht selten so verhält, als würde sein Sechzehner bis zur Mittellinie gehen, stellt für den aufmerksamen Robert weder der Straf- noch der Zahlenraum von eins bis zehn auch nur annähernd irgendein Problem dar.

Den Ausschlag pro Enke wird für Tom Cruise, der die Rolle des Bundestrainers seit nunmehr einigen Jahren ganz hervorragend spielt, die Tatsache gegeben haben, dass der Hannoveraner eher ungern redet, niemals schreit und sowieso im Laufe der Jahre in seiner Wahrnehmung auf dem Platz die Unauffälligkeit seines Teams adaptiert hat. Wiese dagegen redet, wie ihm der Mund gewachsen ist, rüttelt Mitspieler wach und brüllt im Adrenalinrausch bisweilen wie ein Urviech. Was nun besser ist, ist schwer zu beurteilen. Interessant wird’s, wenn im WM-Finale 2010 ganz Deutschland in der 118. Minute beim Stand von 0:0 gebannt vor dem Fernseher einer Standardsituation der Italiener entgegen zittert und im eigenen Strafraum komplettes Chaos herrscht. Spätestens dann hätte wohl auch Jogi Löw lieber einen Berserker im Tor.

Bild: flickr.com / knitsteel

4 Gedanken zu „T-Frage: Tafelamt schlägt Solarium“

  1. Obwohl sich Tim Wiese im Zahlenraum von 1-10 in den letzten Schuljahren eher stockend bewegte plädiere ich sehr für ihn als Nummer Eins zwischen den Bundespfosten. Wenn ich Schnarchtabletten sehen will gucke ich Bielefeld, Cottbus oder Klautern aber bitte nich in den Strafraum des DFB-Teams. Enke ist einfaach kein Nationaltorhüter!!! Und wenns um irre oder nicht geht, muss man sich ja nur mal die großen auf diesem Posten anschauen: Kahn, Schumacher, Maier…

Kommentare sind geschlossen.