Streng riechende Wölfe

wolfMauertaktik-Außenreporter Jürgen H. Nuta weilte am Samstag in der Allianz-Arena und spürte dem lahmenden Wolfsrudel nach. Hier sein Bericht.

Ein weiser Mann vom Formate eines Reiner Calmund oder Rudi Assauer (zugegeben, das sind zwei verschiedene Formate) sagte einst über die Gastspiele seiner Mannschaft bei den Münchner Bayern, dass es in steter Regelmäßigkeit bereits vor dem Spiel im Kabinengang streng gerochen habe. Bei Vehs Pampers-Truppe lief es am Samstag ebenfalls nur vor dem Spiel flüssig. Mauertaktik macht die Stuhlprobe.

Wir hatten schon das Schlimmste befürchtet. Wann immer Bayer Leverkusen oder der FC Schalke in den letzten 15 Jahren um die Meisterschaft mitspielten, konnte man sich darauf verlassen, dass auf der Reise in den Süden die Null stehen würde. Bei den geschossenen Toren der Gastmannschaft und den mitgenommenen Punkten. Deshalb schleusten wir vor der Samstagabend-Paarung Mauertaktik-Außenreporter Jürgen H. Nuta in die Katakomben der Allianz-Arena. Der Investigativfuchs sollte Witterung aufnehmen und vor allem die Wölfe beschatten.

Als wir ihn das erste Mal anfunkten, meldete sich der Lebemann vom Bierstand. „Stehe hier mit Udo Lattek, Granatentyp“, schwadronierte Nuta. Nachdem er sich dort schweren Herzens losgeeist hatte, zwängte sich der stämmige Vollblutjournalist durch den Luftschacht, der in die VfL-Kabine mündete. „Veh macht hier gerade den Regentanz“, flüsterte Nuta kaum hörbar in sein Mikro. „Dzeko und Dejagah machen mit.“ Doch wo war der Rest des Teams? „Jetzt kommt Gentner reingewankt, sieht aus wie ein Schluck Wasser.“ Jürgen H. Nutas Stimme überschlug sich förmlich. „Die saßen alle aufm Pott! Jetzt verteilt Veh Windeln…“ Mission beendet, over and out. „Ziehe mich ans Buffet zurück“, meldete sich Nuta ab.

Er habe sich dann, so beendete Jürgen H. Nuta seinen Rapport am Folgetag, erst noch ein Eis und dann ein Autogramm von VIP-Gast Casey Affleck geholt. „Der ist anscheinend Wolfsburg-Fan“, so der gelernte Klatschkolumnist verschwörerisch, „hatte ein Trikot mit der 10 an und nannte sich Zwetschge, offenbar ein Deckname.“ Sehr mysteriös.

(Bild: Flickr / Tambako The Jaguar)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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