Mauertakticker, 4. Spieltag (09/10)

mt-logo-rotAls ohne Vorankündigung Fränck von Schleck im Vereinsheim erscheint, mutiert Jürgen H. Nuta zum paranoiden Eichhörnchen. Franco Persico beklatscht derweil wieder alle Aktionen seiner unsympathischen Comunio-Jünger, selbst wenn sie Pässe ins Aus spielen. Der ganz normale Wahnsinn während der Bundesliga-Konferenz…


Mauertakticker, 4. Spieltag (09/10) (29.08.2009)
14:30 Hier meldet sich Franco Persico live, allerdings noch aus der Butze von Jürgen H. Nuta. Der macht sich noch kurz frisch, dann geht es aber hurtig ins Vereinsheim. Gleich also mehr auf diesem Kanal!
14:51 Jetzt sind wir vor Ort. Kollege Nuta schließt noch letzte Wetten ab, Platzwette auf Black Beauty.
14:55 Die Partien des heutigen Nachmittags sorgen bei uns nicht unbedingt für Begeisterung. Man könnte ja trotzdem auf „guten Fußball“ hoffen. Wir tun dies aber nicht, sondern setzen auf Slapstickeinlagen in den Abwehrreihen und katastrophale Chancenverwertung.
14:57 Fränk von Schleck fehlt heute leider verletzungsbedingt mit Fußpilz und Spliss. Gute Besserung!
15:01 Bei Sky is zweite Liga so langsam vorbei, wir warten auf Jessica Kastrop im BuLi-Studio und freuen uns auf investigative Interviews vor dem Spiel. (Ton zum Glück noch aus.)
15:04 Und da is sie doch schon. Heute im frechen Lila, der Farbe der Saison. Thema ist natürlich der neuerliche Bayern-Transfercoup. Dieter Nickles jetzt mit einer Exklusiv-Reportage aus dem Wohnzimmer von van Gaal.
15:09 Aber wir konzentrieren uns lieber auf die Spiele aus der Konferenz. Leverkusen trifft auf Bochum. Osram Heynckes erhellt jetzt den Bildschirm, H. Nuta versucht verzweifelt den Kontrast runterzuregeln. Der Bayer-Trainer gibt ein sehr souveränes Interview, hat einfach die Neujahrsansprache ’86 von Helmut Kohl auswendig gelernt.
15:11 Stefan Kießling lässt sich aus irgendeinem albernen Grund einen Bart wachsen. Zur Rückrunde wird man das dann auch sehen können.
15:14 Absurde Zahlenspiele erwarten uns bei 96 gegen 1899. Hoffenheim nominell mit 1803 Punkten vorne, aber auch das Spiel beginnt bei 0:0. Frau Kastrop bezeichnet Andreas Bergmann gerade als „grauhaarigen Gute-Laune-Coach“. Süß.
15:16 Bei Schalke gegen Freiburg wird voraussichtlich Freiburg wieder „tollen Fußball“ zeigen, aber kein Tor schießen. Schalke reicht also ein Glückstor zum Sieg.
15:18 Bei Stuutgart wird vom Sky-Mann Didi Hamann ins Gespräch gebracht. Angeblich auch nicht für die Traditionself, sondern die A-Mannschaft. Markus Babbel war ja früher mit ihm auf einer Bude, er kennt also seine Qualitäten.
15:19 Die Schwaben treffen auf die Franggen aus Nuremberg.
15:22 Partie Nummer Fünf steigt in Frankfurt, wo man auf den BVB trifft. Emotionale Szenen mit Michael Skibbe, die aber zum Glück nicht gezeigt wurden.
15:24 Sky scheint über brandneue Informationen zu verfügen. Der Transferschluss wurde auf den 31. Oktober verlegt. Interessante Regeländerung, die anscheinend mit dem Weltspartag zusammenhängt.
15:27 Der Anstoß nähert sich. Mein Kollege Jürgen H. Nuta steht in den Startlöchern und wird jetzt übernehmen …
15:28 So ist es. Ich bin schon ganz aufgeregt ob dieser total spannenden Paarungen…
15:30 Erster „Aufreger“ auf Schalke. Butscher gegen Westermann hoffen auf die Münze vom einarmigen Banditen Dr. Helmut Fleischer.
15:32 Und schon geht’s los. Btw, Der Chef ist gerade eingeschwebt: „Spliss geheilt, Füße jucken noch!“ begrüßt uns der FlipFlops-tragende Mützenträger. Na lecker.
15:33 Bei Gelsenkirchen gegen Freiburg bahnt sich wieder eine unglückliche 0:8-Schlappe der Breisgauer an.
15:34 Stuttgart gegen Nürnberg. Mal sehen, welche Gemeinheit sich Ex-Vollhaarträger Lehmann diese Woche ausgedacht hat.
15:35 Der Inchster schockt die Runde mit einem „TOOOR in Berlin“. Ich wache kurz auf, merke aber schnell, dass die Hertha erst morgen gewinnt.
15:38 In Leverkusen Stefan Kießling mit der ersten Chance, eine Minnute später mit dem ersten Foul am eigenen Mann. Kurz darauf Barnetta mit der Großchance, schrummt die Pille aus 8 Metern 3 Meter drüber. Da war mehr drin.
15:42 Riesenchance in Hannover. Klasse Spielzug der Roten, aber Hildebrandt kann den Abschluss an die Latte lenken. Andreas Bergmanns Haare werden grauer, die Laune dafür besser.
15:42 Erstmals jetzt Frankfurt gegen den BVB. Der Dortmund-Hool am Nebentisch kurz vorm Herzkasper, ist bereits jetzt schon heiser.
15:44 Gute zehn Minuten gespielt und noch kein Tor. Hätte man bei den Begegnungen gar nicht erwartet.
15:47 Der Chef schlürft Kaffee und pöbelt unentwegt in meine Richtung. Habe mit Persico bereits per Blickkontakt vereinbart, dass von Schleck selbstverständlich nicht rankommt.
15:48 Überspringe den Versehrten deshalb und gebe ab an Persico.
15:50 Freiburg spielt „sehr direkt“, aber leider nicht zum Mitspieler. Schalke deshalb nicht in Gefahr. Es wird an die Leine abgegeben…
15:52 Hannover wirklich mit neuem Spielwitz, der ihnen vom Gute-Laune-Trainer eingeimpft wurde. Jetzt eine Freistoßentscheidung im Mittelfeld, die Nuta völlig auf die Palme bringt. Er springt auf und gestikuliert wild.
15:56 BVB-Fan Adiletten-Paule bringt sich wieder in Topform. Bringt Schmähgesänge auf diverse Zweitligavereine, weil auch bei Leverkusen gegen Bochum noch kein Tor fallen will. Leverkusen aber mit guten Chancen.
15:59 Eintracht gegen Borussia. Hier wird nach Katastrophenfehlpass von Vasovski auch eine 100%ige Einschusschance von Zidan liegen gelassen. Jetzt Stürmerfoul von ihm, er wälzt sich mit Marco Russ auf dem Boden.
16:01 Freistoß für Hoffenheim in Hannover. Ibisevic setzt ihn rüber. Am Nebentisch trauert eine kleine 96-Fangemeinde einer weiteren Großchance von Stajner und „Arnie“ Konan nach.
16:02 Der Spieltag entwickelt sich zum echten Langweiler, aber ….
16:06 TOOOOR in Leverkusen. Für Bochum! Eigentor, wie könnte es anders sein. Manuel Friedrich verwertet einen VfL-Konter. Das Spiel auf den Kopf gestellt. Der Reporter ist „gespannt“ auf die Leverkusener Reaktion. Die anderen Spiele leben auch noch von der „Spannung“, die ein 0:0 so bieten kann.
16:06 Mit diesem ersten Tor gebe ich zurück an Jürgen H. Nuta.
16:08 Ui, Chef guckt mich mit großen Augen an, als ich erneut übernehme, droht mit Kündigung. Daher geb ich dann doch ab. Vorhang auf für Fränck von Schleck.
16:09 Vielleicht fällt ja „getz“ (BVB-Paule) mal das eine oder andere Törchen.
16:10 Immerhin: Der Dortmunder Sahin brüllt jetzt aufm Platz rum, will das Spiel seiner Elf beschleunigen. Und TOOR auf Schalke!!
16:11 Der Cha von Persien netzt zum 1:0 für die Badenser ein!! Und TOOR in Hannover!
16:11 „Auch hier führt der Gast“, weiß Premiere. Karl-Eduard macht ihn rein, Basti van Tasty freut sich diebisch. Comunio, was ist das?
16:12 Und TOOR auch in Leverkusen. Jetzt fallen die Buden wie die reifen Früchte! Ich darf deshalb bis zur 90. am Brett bleiben. Bitte – danke. Es war übrigens Manuel Friedrich mit dem Doppelpack. 1:1.
16:13 Nachzureichen gilt es, dass das Gegentor von Schalke im hiesigen Etablissement, auf dem Papier eine Schalke-Kneipe, frenetisch bejubelt wurde.
16:14 Jürgen H. Nuta guckt sich um wie ein Eichhörnchen, dem man die Nüsse klauen will, murmelt dann was von „gelbe Karte, gelbe Karte“. Paranoia, Endstadium.
16:16 Die Spiele verflachen wieder, Zeit für die Runde, den BVB-Fanatiker aufs Korn zu nehmen. „Es gibt nur eine Borussia, und die spielt morgen“, muss er sich anhören. Noch lächelt er die Anfeindungen weg. Im schwatzgelben Inneren brodelt es aber schon ganz gewaltig. Ein Augenlid zuckt verdächtig.
16:17 Jetzt kontert der Lüdenscheider: „Kommt jemand in der Pause mit hoch, Dortmund-Song singen?“ Angriff ist die beste Verteidigung.
16:18 Und klammheimlich haben sich die zehn Mannschaften in die Katakomben gestohlen. Pause überall. Wir merken es erst, als das goldene M auf der Leinwand erscheint.
16:20 H. Nuta weiß jetzt, dass Dinge kleiner erscheinen, die weiter weg stehen. Diese Erkenntnis zeitigt Standing Ovations von uns. Ein Mann mit Perspektive.
16:27 Hoffentlich sind die technischen Schwierigkeiten nun behoben. Hört man uns??
16:28 So ich geb dann mal ab Jürgen H. Nuta und hol mir auf den Schreck ein Bier.
16:32 So, wir sind zurück. Im Bild nun Rafinha-Schlumpf. Ich biete dem AC Mailand 1 Millionen Lire in kleinen Scheinen, wenn die den noch heute vom Platz weg kaufen.
16:32 Schalke wechselt, Laufwunder Kenia jetzt mit von der Partie.
16:34 Der Inchster nestelt an der Antenne des Nachkriegshandys vom Chef rum. „Sachen, die man abschrauben kann, muss man abschrauben!“, weiß der Hobby-Autist. Das sieht von Schleck natürlich anders.
16:35 Schon 3 Minuten gespielt und immer noch keine Tore in Durchgang Zwo.
16:36 Sky droht mit Blitztabelle am 4. Spieltag. Ohne Worte…
16:38 In Leverkusen wird nun Klimowitsch offiziell als Torschütze gehandelt. Unklar, welche Eigentor-Situation gemeint ist. Wie dem auch sei, ein Eigentor würde dem Spiel hier gut tun.
16:39 Der Chef jetzt endgültig jenseits von gut und böse, also auf jeden Fall von gut. Führt Selbstgespräche „…Lautern kann Meister werden… „
16:42 Für die Hoffenheimer stürmt jetzt Demba Ba gegen die Hannoveraner. Einsnull noch für die Kraichgauer.
16:43 Sky gibt weiter nach Stuttgart, auch hier die pure Langeweile. 0:0
16:44 Charisteas jetzt einmal mit „Chance“ für die Clubberer, völlig harmlos. Der Grieche trägt übrigens die gleiche Friese wie Lehmann, nur im Nacken etwas länger. Frech.
16:46 So, nun Schalke gegen Freiburg. Gottseidank noch 1:0 für Freiburg.
16:49 In Leverkusen kommen die Bochumer immer besser ins Spiel. Geht da was gegen Bayer? Bei Osram Heynckes ist jedenfalls schon die Gesichtsalarmlampe angegangen.
16:52 TOOOR in Frankfurt. Der BVB-Hool am Nebentisch freut über sich „völlig unverdiente 3 Punkte und 3 Promille“. Zidane mit der Führung für die Dortmunder.
16:54 Franco Persico raunt mir mit seiner besten Gruselstimme „Es ist Zeit“ zu, ich bekomme es mit der Angst und gebe ab. Weiterhin viel „Spaß“ mit den „Spielen“, jetzt mit Persico.
16:56 Pfosten, Pfosten, Poposten. Der Club haut die Pille ans Gebälk. Auf der Gegenseite aber auch Stuttgart mit guter Chance…
16:56 Tooor in Leverkusen. Der „Kieß“ trifft wieder, Bart bleibt dran. Geht schnell weiter …
16:59 Tooor in Frankfurt. „Hört sich gut an“, freut sich unser Dortmunder, aber weit gefehlt: 1:1 durch Amanatidis. Stimmung sinkt rapide. Feiner Weitschuss vom Griechen.
17:01 Schalke liegt immer noch hinten, wenigstens ein Grund um zu jubilieren. Es verdichten sich derweil die Gerüchte, dass Rafinha zum FC Bayern wechselt. Und ich dachte, der wäre Brasilianer. Klare Fehleinschätzung.
17:04 Leverkusen hat das Spiel gedreht und ist auch weiter im Vorwärtsgang. Wollen da nichts anbrennen lassen.
17:05 Hannover läuft dem Rückstand hinterher. Es wird sogar eine Einwechslung von Barth erwogen, Pocher ist auch noch auf der Bank.
17:05 von Schleck macht sich auch schon warm und darf jetzt übernehmen …
17:06 Zwischen zwei Einträgen müssen wir auch immer öfter Autogramme geben. Die Berühmtheit steigt.
17:07 So, alles gerichtet für eine turbulente Schlussphase mit „ganz viel Pepp“ und „jeder Menge Spannung“.
17:08 Wir sind in Frankfurt. Owomoyela ist, wie die Runde übereinstimmend feststellt, „völlig von der Rolle“. Bleibt immer mal wieder stehen wie ein Roboter, dem man das Stromkabel rauszieht. Der Ball ist dann meist weg.
17:09 Liberopoulos hat es jetzt erwischt. „Der Grieche“ (Fritz von T&T) wälzt sich auf dem Geläuf.
17:10 Von wegen Turbulenz, Pepp, Spannung und so. Nüschte. Nur Langeweile derzeit.
17:11 Der Stuttgarter Headcoach Babbel heute mit feiner Geltolle gen Himmel. Meckert immer öfter am Seitenrand. Im Hintergrund Hochhäuser, Einfamilienhäuser. Schaffe, Schaffe, Kurve baue.
17:12 Kellnerin Marlies serviert ein neues Tablett. Nur von Schleck geht leer aus. Und Riesenchance von Kießling! „Aus vollem Lauf“, „Traum“, „Sahne“, „Zucker“. Aber vorbei.
17:13 Ab in die Arena auf Schalke. Freistoßchance für Frankokanadier Farfong, Drüber.
17:14 Jetzt wird H. Nutas Lieblingsschiri Fleischer eingeblendet, der Papa von Heiko Butscher. Nuta schimpft wie ein Rohrspatz.
17:15 Hannover stemmt sich gegen die drohende Niederlage. Stürmt. Hoffenheim verwaltet.
17:17 Die letzten Sekunden verrinnen. Nochmal nach Leverkusen, wo der Sky-Mensch auf künstliche Spannung macht. Jürgen H. Nuta kriegt jetzt erst mit, dass Bochum „Netto“ als Trikotsponsor hat. „Erst kik, dann Netto?“, feixfragt der amüsierte Kollege.
17:18 „Magath vor seiner ersten Niederlage mit Schalke“, sagt jetzt der Kommentator. „Wird nicht die einzige bleiben“, orakelt Hobbyseher H. Nuta.
17:19 Alles in allem können wir uns nicht daran erinnern, je eine langweiligere Bundesligakonferenz gesehen zu haben. Schluss auf Schalke. Das geht hier schon als Highlight durch.
17:20 Ab nach Leverkusen. Auch Schluss. Don Jupp weiter im Aufwind. Überall Schluss. Gähn. Und uns fehlt hier die Muße für ein Fazit. Die Kollegen schlafen eh schon seit ner Weile. Gute Nacht, Deutschland.
17:20

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

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