Heute abend steigt also auch die Nationalmannschaft in die neue Saison ein. Und dies im Tofik-Bakhramov-Stadion. Die reine Provokation! Heißt dieses Stadion doch tatsächlich nach dem “russischen Linienrichter” aus Aserbaidschan, der damals das Wembley-Tor ermöglichte, als er sich ganz sicher war, dass der Ball über der Linie war und so die folgenreiche Entscheidung von Schiedsrichter Dienst einleitete. Wo ist dieser Herr Fielmann, wenn man ihn braucht?
Aber vielleicht ist es einfach der aserbaidschanische Humor, den man hier nicht so recht versteht. Humor scheinen sie ja zu haben, wenn sie einen deutschen Schauspieler aus dem Tatort mal schnell zum Trainer der Nationalmannschaft ernennen. Berti “Hans-Hubert” Vogts, der auch einen Auftritt bei „Nonstop Nonsens“ vorweisen kann, übernahm 2008 das Team. Vorher arbeitete er unter anderem in Afrika („Serengeti darf nicht sterben“) und Schottland („Highlander“).
Angefangen hat die Karriere von Berti aber in der Fußgängerzone von Mönchengladbach als Hundefrisör, was ihm den Spitznamen “Terrier” einbrachte. Später schulte er dann um und trat die Thronfolge des Kaisers an, womit er natürlich zum mächtigsten Mann im Land wurde. Sein größter Gegner waren in der Folge die kritischen Medien, was ihn zu einer fast fatalistischen These führte: „Wenn ich über’s Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: nicht mal schwimmen kann er!“ Dabei war er äußerst erfolgreich, eroberte unter anderem 1996 Londinium. 1998 dankte er dann ab und widmete sich, wie bereits erwähnt, seiner Karriere im Bereich der Darstellenden Kunst.
Aber trotz der Prominenz auf der gegnerischen Bank ist die deutsche Mannschaft nicht chancenlos in Baku. Die aserbaidschanische Mannschaft wird zwar vom Trainer gut eingestellt und heiß gemacht werden, aber es fehlt einfach an internationaler Erfahrung. Helfen könnte es, dass Berti noch gestern abend per Anruf entscheidende Tipps über bestimmte Taktiken des deutschen Teams erhalten hat (Bremer Vorwahl). Der größte Verdienst der aserbaidschanischen Mannschaft war bisher die 1:2-Niederlage gegen Liechtenstein im Jahre 1998, die den ersten Pflichtspielsieg der Liechtensteiner darstellte. Auf solch faire Gesten sollten die Deutschen heute aber nicht hoffen und wir uns lieber auf den „erwartet schweren Gegner“ freuen.
(Bild: flickr.com / N-Creatures)
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6 Kommentare
1 Jogi vom WM 2010 Journal // 12. Aug 2009 um 15:12 Uhr
das finde ich sehr interessant mit dem Stadionnamen – ist das wirklich so? Hehe, zumindest scheinen die Aserbaidschanen Humor zu haben, aber das lachen wird ihnen heute abend sicher vergehen. Jogi wirds richten!
2 Franco Persico // 12. Aug 2009 um 16:52 Uhr
Das Stadion heißt in der Tat so. Die haben sogar eine Statue von besagtem Mann vor dem Stadion, welche bezeichnenderweise von Geoff Hurst enthüllt wurde.
3 Jogi vom WM 2010 Journal // 12. Aug 2009 um 17:32 Uhr
also das find ich dann wirklich genialst!
4 Fränck von Schleck // 12. Aug 2009 um 22:34 Uhr
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