
Von Enochs nicht neu erfunden: Das Osnabrücker Rad
Kennen Sie Joe Enochs? Nein? Macht nichts, das haben Sie laut einer unrepräsentativen Mauertaktik-Schnellumfrage mit rund 82,8 Millionen Bundesbürgern gemein. In einem kleinen Dorf im Westen Deutschlands, wo gegen den bezahlten Fußball seit Jahrzehnten ziemlich erfolgreich Widerstand geleistet wird, kennt den Amerikaner jeder Dackel. Wir stellen die VfL-Osnabrück-Legende Joe, genannt Joseph, Enochs vor.
Osnabrück, das ist die spärliche Siedlung, von der nicht mal die Bewohner genau wissen, wo sie nun eigentlich liegt. Irgendwo zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, zwischen Münster und Bremen, das ist so ziemlich die genaueste Auskunft, die man in der örtlichen Fußgängerzone bekommen kann. Macht ja nix, Joe Enochs hat irgendwie hingefunden, und wird aus dem Lila-Launeland wohl auch so schnell nicht mehr rauskommen. Der gebürtige Kalifornier ist längst sesshaft geworden in einer Stadt, die sonst vor allem charismatische Politiker wie Arbeitslosenminister Olaf Scholz und auch Paul “Der Professor aus Heidelberg” Kirchhof hervorgebracht hat.
Der Vollblutprofi, der auf dem Platz das defensive Mittelfeld seine Heimat nannte, wurde, wie jeder Osnabrücker Bürger weiß, “geboren, um Fußball zu spielen”. So trällert es zu Ehren Enochs’ stets munter aus den Stadionboxen der Osnatel-Arena. Man hat dem Mann, der insgesamt 376 Spiele für den VfL bestritten hat und Anfang des Jahres seine Karriere endgültig beendete, ein musikalisches Denkmal gesetzt, wie es Micky Krause nicht schöner vermocht hätte. Für die Joe-Enochs-Hymne dichtete man einfach den Peter-Wackel-Ballermannkracher “Joana” um. “Bei uns, hast du sehr viel erle-hebt,” heißt es da, “das Traumtor gegen Bayern hat uns bewe-hegt -- jetzt beginnt dein neues Lebensglück.” Dieses Lebensglück nach der Karriere findet -- Ehrensache! -- in und um Osnabrück statt. Dort gibt es bereits die Joe Enochs Sportsbar -- aktuell ist der smarte US-Boy (1 A-Länderspiel) auch prominenter Werbeträger der Stadtsparkasse Osnabrück. In dem dynamischen Clip, der Sport und Business geschickt verschmelzen lässt, beantwortet Enochs die Frage, die allen Fans unter den lilafarbenen Nägeln brennt (”Nutzen Sie denn auch schon GiroLive?”) mit einem bestimmt-lässigen “Ja, natürlich.” Ein Mann, ein Wort.
Zum Abschluss noch das Video der Enochs-Hymne. Wir sagen nur: “Angst, das ist ein Wort, das kennst du nicht.”
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3 Kommentare
1 Richie Sambora // 12. Aug 2009 um 11:38 Uhr
“Ja, natuerlich” ist doch zwei Woerter. Wenn nicht ein ganzer Satz.
2 Kleinkrämer // 13. Aug 2009 um 17:12 Uhr
Soso: Joe, genannt Joseph? Oder andersrum? Im Osnabrücker Umland sagen wir übrigens der Enochs Jupp.
Und Joana ist also von Peter Wackel? Oder hat er es vielleicht von Roland Kaiser gecovert?
Humor ist eben schwer oder um es mit Juliane werding auszudrücken: Wenn du denkst dann denkst du nur du denkst!
3 Nicocito // 14. Aug 2009 um 2:11 Uhr
ich rechne euch es hoch an, dass Ihr den Fels in der Brandung aus der fast verstaubten Kiste kramt und halb Fußballdeutschland vorstellt.
räusper.
Das Charakterindividuum “Joe, Joe, Actiooon” wie ich ihn nenne, ist von Seltenheitswert und muss natürlich kultig gepflegt werden. Der Homagetrack ist bei leibe nichts Stolzes
gruß von der Hase an die Spree
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