Von Mamas und Menschen: Die besten Balliterationen

Zunächst war Trainertalent Torsten Tröte im Gespräch, letztendlich bekam dann die zweite Wahl Thomas Tuchel trotz begrenzter namentlicher Albernheit beim Karnevalsverein aus Mainz den Zuschlag. Mit der Entlassung des Neucoachs ist trotz des gelungenen Saisonauftakts spätestens zum 11.11. zu rechnen. Mauertaktik präsentiert die Wortakrobaten, die in die historischen Fußstapfen der italienischen Zaubermaus Galileo Galilei treten.

Widmen wir uns zunächst der „Mama“-Fraktion. Der Neu-Bremer Marko Marin (genannt „Marcus“) und Marcel Maltritz aus Bochum könnten unterschiedlicher kaum sein. Während das große Talent mit kleiner Schuhgröße vorwiegend „Zwergenaufstände“ (B. Rethy) auf der rechten Seite anzettelt, ist der, Achtung!, Magdeburger Maltritz eher für defensive Magerkost zuständig. Eine interessante Variation des Muttersöhnchen-Prinzips ist das Nürnberger Tor-Phantom „Mami“. Die Franken-Mutti netzte am Wochenende ja bereits ein.

Während der Dortmunder Verteidiger Dede als verknappteste Form der Bundesliga-Alliteration gelten darf, spielte einst mit Konstantinos Konstantinidis ein veritabler Zungenbrecher in der Bundesliga. Wie Millionen seiner Landsleute wanderte der gebürtige Deutsche mit seinen Eltern im Kindesalter nach Griechenland aus, kehrte dann aber aus beruflichen Gründen in das sonnige Land am Meer zurück und schnürte in der Folge für Hertha, Hannover und Köln die Stiefel. Kostas‘ Eltern hatten bei der Namensgebung wohl „Fischers Fritze“ im Sinn…

Fast so erfolgreich wie die Erziehungsberechtigten des Deutschgriechen gingen die von Zinédine Zidane am Kindbett vor. Ohne Zweifel ist der Franzose mit algerischen Wurzeln der beste aller hier und heute vorgestellten Fußballspieler. Weil seinen Kumpels auf dem Spielplatz in Marseille der Name zu kompliziert war, kürzten sie ihn einfach mit „Zizou“ ab („Zizi“ wäre logischer gewesen, hätte aber aufgrund mangelnder Männlichkeit wenig „Props“ in der rauhen Nachbarschaft erhalten).

Lange Zeit galten Peter Pander und Wolfgang Wolf als das kongenialste Duo seit Claus Kleber und Gundel Gaukeley. Während die beiden Nachrichtenmenschen auch im neuen ZDF-heute-Studio ihre Buffbomben zünden dürfen, wurde das fabelhafte Alliterationskonglomerat aus Wolfsburg schon vor Jahren zerschlagen. Wolf, der von Laien gerne mit seinem nominellen Zwillingsbruder Wolfgang Rolff verwechselt wird, ist mittlerweile in Griechenland tätig, der Kuschelpanda wurde zuletzt im Gladbacher Zoo gesichtet.

Ungekrönter Namenskönig der Bundesliga ist dagegen aktuell Ollé Ollé von Aufsteiger SC Freiburg. Da macht es auch nichts, dass seinen fußballerischen Allerweltsnachnamen noch „Alain Junior“ vorangestellt ist. Der Mann aus Kamerun kann bereits auf diverse eigene Fangesänge verweisen, ist aber auch vor gesanglichen Verballhornungen à la „Eine Straße, viele Bäume…“ nicht gefeit. Seine Frau nennt ihn schlicht Olli. Der Breisgau scheint überhaupt ein gutes Pflaster für happyhippeske Namensschöpfungen zu sein. Als Sportdirektor und Pressesprecher finden wir auf der Vereinsseite die Namen Dirk Dufner und Rudi Raschke.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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