Mauertaktik-Liga-Check (6): Die Serienmeister

Heute also der letzte Teil unserer Bundesliga-Saga. Nachdem gestern drei Vereine aus der Retorte vorgestellt wurden, widmen wir uns heute den „Serienmeistern“. Zunächst scheint es schwierig da drei Vereine zu finden, aber wir sind trotzdem fündig geworden. Die Leser, die nicht nur eifrig mitgelesen haben, sondern auch 1 und 5 zusammenzählen können, haben ja schon eine ungefähre Ahnung um welche Vereine es sich heute drehen könnte. Nämlich um die folgenden:

Bayern München

Der Serienmeister vergangener Jahre, die Münchener Bayern, haben wieder einmal Großes vor. Uli Hoeneß hat dafür wie vor zwei Jahren das Festgeld unter dem Kopfkissen hervorgezaubert und sich einige neue Zinnsoldaten geleistet. Ein neuer General war auch dabei, der die Minga-Millionarios nun im feinsten Nederduits über die Weide jagt. Ironie der ganzen Geschichte ist, dass als Ergebnis der Vorbereitung mit Holger „die Axt von Memmingen“ Badstuber und Thomas „Bomber jr.“ Müller nun zwei Kicker aus der eigenen Jugend mit besten Chancen auf die Startelf dastehen. Da müssen einige der Neuen schon mehr zittern und das nicht aufgrund sozialer Kälte im Hochleistungskader.

Ultimative MT-Prognose: Spannung gibt es nur zu Saisonbeginn, dann zieht Bayern schnell an der Tabellenspitze einsame Kreise. Als das aber zu langweilig wird, beschließt die Mannschaft die gegnerischen Teams noch etwas zu foppen und lässt sie bis zum 33. Spieltag auf fünf Punkte herankommen. Es folgen Niederlagen gegen Bochum und in Berlin: Ergebnis ist Platz 2.

Hertha BSC

Der Serienmeister aus den 30ern und Serienligapokalsieger aus den 00ern hat eine schwierige Saison vor sich. Die Abgänge von Pantelic, Voronin und Simunic könnte man getrost als Aderlass mittelalterlichen Ausmaßes bezeichnen. Hinzu kam noch die Horrormeldung der Rückkehr von „König“ Artur, dessen Image in Berlin allenfalls an das des Sheriffs von Nottingham heranreicht. Trotzdem ist einem um die Hertha nicht allzu bange, da ein wichtiger Mann geblieben ist: Lulu. Und der kann nun seinen Plan, eine Mannschaft aus „polyvanten“ Spielern aufzubauen, weiterführen. Daher werden wir nun live miterleben können wie aus Raketen-Domo ein Knipser und aus Stein ein Flankengott wird. Und so kann man die neue Saison doch durchaus positiv angehen, auch gerade weil die Herthaeuphorie in der Hauptstadt wieder breite Bevölkerungsteile erfassen wird. Und Lusti hat auf Grund seines Fußbruches jetzt ja auch genug Zeit sich um die weiblichen Fans zu kümmern.

Ultimative MT-Prognose: Die Hertha stolpert in die Saison, hat mit vielen unnötigen Unentschieden zu kämpfen. Eine lokale Boulevardzeitung fordert auch bald den Kopf von Favre. In der Rückrunde stabilisiert sich die Mannschaft, landet im gesicherten Mittelfeld und sichert sich erneut die Fair-Play-Krone. Eine lokale Boulevardzeitung fordert einen Vertrag auf Lebenszeit für Favre.

Bayer Leverkusen

Der Serienvizemeister aus Leverkusen hat immer schon ein Gespür für junge Talente gehabt, so auch nun bei Trainertalent Jupp Heynckes. Die Mannschaft ist hingegen weitestgehend zusammen geblieben. Das Team wurde nur an einigen neuralgischen Punkten verstärkt: In der Abwehr kommt Sami Hyypiä aus Liverpool. Der 1,95m-Finne (Hobbys: Holz hacken (mit der Hand) und Metal hören) ist auch im Herbst seiner Karriere sicher eine Bereicherung für die Heimwerkerelf. Für vorne wurde Eren Derdiyok vom schweizerischen FCB abgeworben. Der sorgt nun für einen knallharten Wettbewerb in der Abteilung Attacke. Letztes Jahr war das Duo der Wahl Kießling & Helmes, jetzt kehrt auch noch Gekas zurück. Erstes Opfer des Konkurrenzkampfes war das Kreuzband von Pätti Helmes, das der physischen und psychologischen Drucksituation nicht mehr standhielt. Für die Mitbewerber heißt es nun ein kühles Knie zu bewahren, dann klappt es vielleicht auch mit dem Stammplatz.

Ultimative MT-Prognose: Leverkusen begeistert mit erfrischendem Offensivfußball und wird überraschend Herbstvizemeister. Es folgt eine Mischung aus Verletzungspech und Psycho-Blockade, die den ersehnten Titel in weite Ferne rücken lässt. Als fünf Spieltage vor Schluss auch die Europa-League in Gefahr gerät, wird Heynckes gefeuert und Jürgen Klinsmann übernimmt. Er bringt das „Projekt Europa-League“ zum Erfolg und landet auf Platz 5.

Hier noch einmal alle Folgen des Mauertaktik-Liga-Checks im Überblick

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.