Fausttanz im Fußball

Noch lacht er... Vinnie "Die Axt" Jones

Bisweilen kommt es vor, dass Meinungsverschiedenheiten zwischen Fußballprofis und Normalsterblichen auf ganz profane Art und Weise gelöst werden. Dann macht es bumm, ja und dann kracht’s! – Frei nach Müller gibt’s dann einfach auf die Zwölf. Mauertaktik warnt vor den schlimmsten Prüglern.

Aktueller Fall: Der Mainzer Aristide Bancé. Der Ivorer aus Burkina Faso soll vor dem Vereinsgelände eine junge Frau fast krankenhausreif geprügelt haben, weil diese den seit 6 Jahren verheirateten Stürmer für den Vater ihrer kleinen Tochter hält. Das sieht Bancé natürlich anders, hat aber offensichtlich keine besonders guten Argumente. Andere Länder, andere Sitten? Mitnichten! Wir brauchen gar nicht bis nach Mainz schauen, ein Blick vor die eigene Haustür reicht da völlig aus.

So las man vor ca. 10 Jahren beim FC Hollywood fast regelmäßig von Raufereien außerhalb des Platzes. Die Verantwortlichen der Bayern stöhnten, der Boulevard frohlockte. 1999 servierte Bayerns Ersatzkeeper Sven Scheuer einem Gast bei einem Edelitaliener Pizza Faust, die Rechnung teilte er sich dann auch prompt mit Kellner-Buddy Mario Basler: Beide kostete die „Pizza-Affäre“ die Karriere beim FCB. Etwas mehr konnte sich da schon Stefan Effenberg erlauben. Der Tiger soll erst 1997 mit seiner damaligen Gattin einen Obdachlosen getreten und beleidigt haben, drei Jahre später wurde ihm dann nach der „Disco-Affäre“ vorgeworfen, einer anwesenden Dame seinen neuesten Fausttanz gezeigt zu haben. Konsequenzen? Fehlanzeige.

Was in Deutschland gottseidank insgesamt doch eher gar nicht auf Akzeptanz stößt, gehört in England praktisch zum guten Ton. Für Vinnie Jones, ehemals beinharter Verteidiger und mittlerweile Schauspieler, gehört die Kneipenschlägerei zum Pub-Besuch einfach dazu. Da reicht dann als Anlass auch schon mal, dass ein Gast ihn auf eine Rolle in einem Film anspricht. Auch bei Wayne Rooney, seines Zeichens Sohn eines keltischen Kirmesboxers, sitzt die Faust recht locker in der Buxe. Als Michael Gray von den Blackburn Rovers sich in einer Manchester Bar bei Rooney über die Chancen auf einen Dreier mit ihm und Rooneys Verlobten erkundigte, gingen bei Gray dank einer ansatzlosen Geraden auch schon die Lichter aus.

Ob nun zurecht oder nicht, völlig unangemessen reagierte Kampfkoloss Thorsten Legat im Jahr 2007. Als Legat nach einer Party mit seiner Frau noch lecker bei McDonald’s dinieren will und sich plötzlich einer Junggruppe Halbstarker gegenüber sieht, wird’s dem debilen Kraftpaket zu blöd: Er zieht ein Samurai-Schwert (!) aus dem Auto (!!) zur Selbstverteidigung (!!!). Die „Gang“ flüchtet, das Verfahren wird selbstverständlich eingestellt.

(Bild: wikimedia commons; flickr.com / ichthyos)

4 Gedanken zu „Fausttanz im Fußball“

  1. Sorry, ich würde schon etwas besser recherchieren und manche Formulierung überdenken, wenn ich einen solchen Artikel ins Netz stelle. Oder wenigstens Quellenangaben nennen, woher der jeweilige angebliche Tatablauf entnommen wurde.

  2. Wieso? Was ist denn konkret falsch recherchiert? Es geht ja hier auch nicht primär um einen Faktenbericht sondern um eine wie immer leicht überzogene satirische Darstellung.

  3. bitte nicht vergessen: Eric Cantonas Kung Fu Einlage. Legendär, wie der sonst als so ausgeglichen geltende Stürmer nach einem einjährigen Trainingscamp bei Jackie Chan Sir Alex und den anderen 10 Rittern von der Tafelrunde seinen neuesten Kun Fu Kick demonstrierte…

  4. @Gnetzer: Bei uns in Franken sagt man : Babbel net, is Satire alda!!

Kommentare sind geschlossen.