Mauertaktik-Liga-Check (1): Die Emporkömmlinge

Am 7. August startet die Fußball-Bundesliga in die neue Saison. Mauertaktik stellt vorher noch in sechs Folgen die 18 Vereine vor, die ins Rennen um die Schüssel 2010 gehen. Los geht es aber erstmal mit denen, die Platz 15 als Maximalziel anpeilen: Vorhang auf für die Aufsteiger Nürnberg, Mainz und Freiburg!

1. FC Nürnberg

Ein Verein ohne Gesicht ist der FCN seit dem ebenso vorzeitigen wie schmerzlichen Abgang von Alterspräsidentin Michaela Roth, die Anfang Juni ihren Bart an den Nagel hängte. Wer die beträchtliche Lücke füllen soll, die der geschäftstüchtige Pfundskerl im Vereinsheim hinterlässt, ist unklar. Die elf „Glubberer“ auf dem grünen Geläuf wollen dennoch keinesfalls direkt wieder runter in Liga 2. Jungcoach Michael Oenning zahlte in der Vergangenheit bereits Lehrgeld, beispielsweise 2008, als er sich den falschen Mike Frantz andrehen ließ. (Wo doch jeder weiß, dass ein Maik ohne ai nur eine Mogelpackung sein kann!) Vorne drückt noch der Schuh, die fränkischen Fans setzen ihre Hoffnungen hier einmal mehr ungeteilt in Tor-Phantom Marek Mintal. Billigflieger Angelos „Harry“ Charisteas (siehe auch: „Der Club der toten Knipser“) könnte dagegen bei ausbleibendem Erfolg trotz null Euro Ablöse schon an Weihnachten in eine Maschine nach Athen gesetzt werden.

Ultimative MT-Prognose: Nürnberg rettet sich im letzten Spiel auf Platz 15, der reaktivierte Frank Baumann erzielt den entscheidenden Treffer, Günther Koch weint vor Glück.

FSV Mainz 05

Kurz bevor der Grabbeltisch abgebaut wurde, feuerte der Karnevalsverein aus Westsüdwest noch einen Transferknaller ab und angelte sich nach Kultregisseur Eugen Polanski auch noch Ösi-Legende Andreas Ivanschitz (nur original mit Betonung auf der ersten Silbe!). Der Ex-Kapitän der österreichischen Ski-Auswahl soll die Mainzer vor einer allzu heftigen Schussfahrt im Jahrhundertwinter 2009/10 bewahren. Die nötigen Treffer wollen der Ivorer Aristide Bancé und der Serbe Srdjan „Michael“ Baljak beisteuern. Größtes Problem während der Vorbereitung: Galoppierende Schweinegrippe im Team. Zeitweise fielen bis zu 14 Profis aus. Die Pandemie konnte nur durch eine Massenimpfung des Kaders eingedämmt werden. Im Tor hat Trainer Jörn Andersen aber die berühmte Qual der Wahl. Der Dimosaurier, der hier seit dem Paläozoikum Wache schiebt, wird herausgefordert vom talentierten Ex-Engländer Heinz Müller sowie von Christian „Hakle Feucht“ Wetklo, der im Dreikampf den klaren Namensvorteil hat.

Ultimative MT-Prognose: Mainz rettet sich am vorletzten Spieltag
und versaut Schalke ohne jeden Druck am 34. Spieltag
noch die Meisterschaft.

SC Freiburg

Die Breisgau-Brasilianer stiegen zum ersten Mal ohne Fußballlehrer Volker Finke ins Fußball-Oberhaus auf. Frisurlegende Robin Dutt hat sich aber auch ohne Winterstirnband längst bei den Fans etabliert – und will selbiges nun auch mit seinem Team in der ersten Liga bewerkstelligen. Die Chancen stehen nicht schlecht. In der Abwehr ist der Halbengländer Heiko Butscher fürs Grobe und Gehackte zuständig. Neu im Verein ist neben Außenverteidiger Du-Ri Cha auch Zweitligaschützenkönig Cedrick Makiadi, der dem Duisburger Übungsleiter Peter Neururer (siehe auch: „Da macht es Peng!“) gegen einen neuen Chromauspuff abgeschwatzt wurde. Unbeschwertheit und Spielstärke sollen auch in den rauhen Gefilden der 1. Bundesliga die Erfolgsgaranten für den SCF sein.

Ultimative MT-Prognose: Die Freiburger spielen alles schwindlig (auch sich selbst)
und landen leicht desorientiert im unteren Mittelfeld.

NICHT VERPASSEN: Morgen in Teil 2 unseres Liga-Checks – Die drei Absteiger!

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Mauertaktik-Liga-Check (1): Die Emporkömmlinge“

  1. Empörung allerorten im Frankenland!!! Das Glubb als Verrrrein ohne Gsicht zu bezeichnen ist ein Affront der Folgen haben sollte. Ihr Schmierfinken!!! Es sollte mich nicht wundern, wenn der Betze bald wirklich brennt. Und dann ists Geheule groß, wenns heißt: Miau Mio Miau Mio unser schönes Stadion brennt lichterloh…

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