Die neuesten Transferknaller

Manne in action
Manne in action

Schon einmal haben wir die Neuzugänge der Bundesligisten etwas näher unter die Lupe genommen. Danach, und insbesondere in den letzten Wochen, kamen noch einige Knaller dazu und die Transferaktivitäten haben ihr Ende auch noch längst nicht erreicht. Die Manager konnten aber inzwischen noch einige richtige Sternchen an Land ziehen, die neuen Glanz in die BuLi bringen sollen. Ein gewisser Aderlass war in dieser Beziehung ja schon zu verzeichnen, jetzt setzte sich auch noch Offensiv-Defensivspieler Lucio gen Po-Ebene ab. Aber widmen wir uns lieber den „Neuen“.

Einen großen (Künstler-)Namen konnte der 1. FC Köln mit Maniche verpflichten. Der Portugiese machte in den letzten Jahren seinem Namensvorbild, dem Dänen Michael „Manne“ Manniche, aber keine Ehre. Während Manne durch seine grobe, aber effiziente Spielweise auffiel, gibt Maniche seit ca. 2006 eher die Weichflöte. Da wollte er nämlich seinen damaligen Klub Dynamo Moskau gerne verlassen, weil ihm das Wetter vor Ort nicht so sehr behagte. Bei Atletico Madrid konnte er dann zwar auf die Wollleggins beim Spiel verzichten, aber mit den Vereinsverantwortlichen gab es weiter Knatsch. Folge ist nun der Wechsel nach Köln. Höchste Zeit für Maniche den inneren „Manne“ wiederzuentdecken.

Der FSV Mainz 05 brachte nun auch den Transfer von Andreas Ivanschitz über die Bühne. Der „Burgenland-Maradona“ ist den Meisten noch als Kapitän der österreichischen Mannschaft von 08 im Gedächtnis. Inzwischen musste er zwar die „Kapitänsschleife“ abgeben, ist aber unbestritten weiterhin der aktuelle Vorzeigekicker der Alpenrepublik. Für viele Fußballfans in Felix Austria ist der Eisenstädter allerdings ein rotes Tuch. Grund dafür ist sein plötzlicher Wechsel von Rapid Wien zu den neureichen Bullen aus Salzburg im Winter des Jahres 2006. Der brachte ihm nicht nur ein Stadionverbot im Gerhard-Hanappi-Stadion ein, sondern er wurde fortan auch im Nationalmannschaftsdress gnadenlos ausgepfiffen und beschimpft. Nach nur einem halben Jahr an der Salzach emigrierte Ivanschitz dann auch nach Griechenland, zu Panathinaikos Athen. Nach einer recht erfolgreichen Zeit dort folgt nun ein weiterer Neuanfang: in der Bundesliga der Piefkes, in der auch einiges von ihm zu erwarten sein wird. Einen Fehler sollte er aber vermeiden: Ein Wechsel zu den Bayern in der Winterpause könnte die Gemüter auch hierzulande etwas überstrapazieren.

Beim höchst inoffiziellen Supercup an diesem Montag ließ Bremens Neuzugang Marcelo Moreno schon einiges von seinem Können aufblitzen. Der brasilianische Bolivianer machte sich einst bei Cruzeiro Belo Horizonte einen Namen. Den Samba unter dem Kreuz des Südens tauschte er 2008 gegen einen Kasatschok im Donbass ein. Da bei Schachtar Donezk aber ein Überangebot an südamerikanischen Gastarbeitern herrscht, zieht es „Triple M“ nun an die Weser. Die „bolivianische Maschinenpistole“, wie er auch genannt wird, soll nun Europa- und Deutschland-League aufmischen. Viel Erfolg!

Als Rückkehrer muss man wohl Christopher Schorch bezeichnen. Allerdings absolvierte er 2007 lediglich zwei Spiele für die Berliner Hertha, bei denen er es auf insgesamt 16 Minuten Bundesligafußball brachte. 16 minutes of fame. Der Weltrekord im Luftanhalten wurde letztes Jahr übrigens auf über 17 Minuten verbessert. Aber das soll Schorchs bisheriges sportliches Lebenswerk nicht schmälern, er trug immerhin schon das Trikot von Real Madrid, wenn auch nur das der zweiten Mannschaft. So wird er nun beim 1. FC Köln sicher die Chance erhalten sein Talent auch in der Bundesliga zu beweisen. Freuen wir uns also auf die nächste Saison.

(Bild: wikimedia commons / Chin tin tin ; Urheber: José Goulao)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.