Lachkrampf im Lazarett

Die Vorbereitungen der Bundesligaklubs auf die neue Spielzeit laufen auf Hochtouren, und aus den Trainingslagern erreichen uns die ersten Berichte über personelle Kollateralschäden. Ein Kreuzbandriss hier, ein Bläschen dort, der eine klagt über Trainingsrückstand, der andere wird von einer mobilen Klimaanlage Schachmatt gesetzt. Mauertaktik blättert im Kuriositätenlogbuch des Fußball-Lazaretts.

Wer kennt ihn nicht – den Klose-Salto. Zugegebenermaßen ist diese Akrobatikübung nicht mehr ganz so en vogue wie noch bei der WM 2002, aber man kennt sie. Was natürlich nicht heißen soll, dass man automatisch auch weiß, wie man sie durchführt. Dies musste der Nigerianer Celestine Babayaro leidvoll erfahren. Während seine Mannschaftskameraden jedes Tor mit Triple-Flic-Flac und Fünffachschraube begehen, scheiterte der Linksverteidiger nach seinem Treffer beim Klöschen-Gedenksprung kläglich und brach sich ein Bein.

Ähnlich wenig vom Tor seiner Mannschaft hatte Ex-Arsenal-Spieler Perry Groves. Der Ersatzstürmer sprang vor Freude über die Bude eines seiner Kollegen von der Bank direkt in die Überdachung – klarer Knock-Out-Sieg fürs Metall. Noch etwas dümmer stellte sich Mario Gomez an, als er auf dem Platz behandelt wurde, nachdem er bei einem Schuss im Boden hängen geblieben war. Als die schwäbischen Medizinmänner ihm als erste Diagnose „Innenbandriss im Knie“ zuraunten, ging der Neu-Münchener auf Nummer sicher und zertrümmerte sich mit feiner Chuck-Norris-Handkante auf den Medizinkoffer seine Hand.

Längst Legende ist die Hundeattacke gegen Friedel Rausch, der 1969 im Schalke-Dress gerade das 1:0 gegen den Hassrivalen aus Dortmund feierte, als die Ordner infolge eines Platzsturmes die Hunde losließen. Doch von wegen bester Freund des Menschen… Der Köter biss dem friedvollen Schalker direkt in den Pöter. Bis heute ziert Rauschs Podex eine sechs Zentimeter lange Narbe.

Doch einige Fußballer zeigen auch außerhalb des Platzes vollen Einsatz. So zum Beispiel Paulo Guerrero. Der Peruaner tankte sich am Flughafen mit Gepäck durch die Menge, schlug noch ein, zwei Haken, verlor dann aber das Laufduell gegen eine Stewardess. Grund: Muskelfaserriss. Für den Kanadier Lars Hirschfeld (Migrationshintergrund unbekannt) war das Schlemmerfrühstück schnell beendet, als er zum Gouda auch noch ein Stück Daumenkuppe auf der Stulle hatte. Doppelt blöd: Der Mann ist Torwart…

Fast unschlagbar doof stellte sich Robbie Keane an. Der irische Nationalspieler relaxte fein auf seiner Couch und versuchte aus schierer Bewegungsfaulheit die Fernbedienung mit seinen Zehen zu bedienen – dabei riss er sich völlig zu Recht mehrere Bänder im Fuß.

Den Vogel ab schoss Sascha Benda während seiner Zeit bei den Stuttgarter Kickers. Der Mittelfeldmann hatte chronische Blähungen und furzte sich um Kopf und Kragen, bis sich Mitspieler Christian Okpala ein Herz fasste und dem Pupser mit einer ansatzlosen rechten Geraden den Darmwind aus den Segeln nahm. Folge: Okpala wurde suspendiert, Benda bereicherte die Mannschaftskasse.

(Bild: Flickr / Army.mil)

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