Der Testspiel-Wahnsinn geht weiter

Meppen - Hier fliegt bald die Kuh
Meppen - Hier fliegt bald die Kuh

Die Bundesligisten sind inzwischen alle seit mindestens einer Woche wieder im Training. Zeit für Medizinbälle, Waldläufe und Gummitwist. Und natürlich für die allseits beliebten Testspiele. Vor, während und nach den Trainingslagern, die mit Vorliebe in Österreich oder der Schweiz angesetzt wurden, misst man sich mit Sportfreunden aller Spielklassen.

So empfing gestern beispielsweise Germania Blumenhagen den Meister aus Wolfsburg. Da Torjäger Dzeko derzeit verletzt, ist reichte es nur zu einem 32:0. Bester Torschütze war Caiuby „Kai-Uwe“ da Silva mit sieben Treffern. Die Clubberer aus Nürnberg markierten beim etwas anderen Frankenderby gegen die SpVgg Bayreuth mit einem 4:0 ihr Revier. Einen Vorgeschmack auf die neue Schalker Spielfreude konnte man derweil bei einem 0:0 gegen Twente Enschede bekommen. In der Krise steckt bereits die Eintracht aus Frankfurt. Nach der Niederlage gegen den österreichischen Drittligisten WSG Wattens unterlag man nun auch gegen Dynamo Kiew. Den Frust von der Seele geballert hat sich am Wochenende hingegen die TuS Koblenz bei einem 2:0-Kantersieg gegen die Polizei-Nationalmannschaft.

In diesem Sommer müssen wir leider auf den Ligapokal verzichten, der bis 2007 die vorbundesligaliche Zeit versüßte. Der Wettbewerb trat die Nachfolge des legendären Fuji-Cups an. Das Prinzip blieb aber auch nach der Umbenennung gleich: Feinster Standfußball auf Dorfplätzen. Eigentlich eine schöne Sache, aber in Zeiten des Turbokapitalismus bzw. der Turbokapitalismuskrise hat der Modus in den Chefetagen leider nur wenig Freunde. Einige Manager schicken ihre Mannschaft da lieber in 8 Tagen um die Welt um den Verkauf von Fanutensil im mittleren Orient anzukurbeln. Bleibt also nur die Fortsetzung des Fuji-Cups mit anderen Mitteln: Die Testspiele.

Da stehen heute auch einige Kracher auf dem Programm. Zunächst wäre da das „Hauptstadt-Derby“ zwischen dem 1. FC Union und Hertha zu nennen, welches in der frisch sanierten Alten Försterei stattfindet. Vielleicht kann Wichniarek hier seinen Torfluch besiegen. Für den 1. FC Köln wird es nach dem „Trainingslager“ in Bitburg nun auch wieder ernster. Er trifft auf den TuS Viktoria 09 Honigsessen. Bayer Leverkusen steht im Wettbewerb um den Zayton-Cup und trifft dabei auf Al Ahly Kairo in Wattenscheid. Was kommt als nächstes? Bremen gegen Valencia in Meppen? Genau – am 28. Juli in der „vivaris-Arena“. Ich freu mich drauf!

(Bild: wikimedia commons / Andi 69 unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.